Ladies Lunch 2018: Dr. Antje Schrupp über "100 Jahre Frauenwahlrecht"

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00:00:00: Herzlich willkommen beim Ladies' Lunch der Petra Kelli Stiftung hier in der wunderbaren Theresiensaal im Chor.

00:00:07: Mein Name ist Gesar Thiedelmann und ich arbeite bei der Petra Kelli Stiftung.

00:00:11: Diesen Ladies' Lunch, den veranstalten wir, ich weiß gar nicht mehr, jetzt zum zwölfmal oder irgendwie so, immer so einmal im Jahr und noch nie haben sich so viele Ladies angemeldet wie heute.

00:00:30: Ja, wie schön, dass Sie alle da sind.

00:00:31: Fühlen Sie sich wohl, kommen Sie ins Gespräch.

00:00:34: Unser Thema heute, hundert Jahre Frauenwahlrecht.

00:00:37: Was hat es gebracht?

00:00:39: Dazu haben wir eingeladen und erfreulicherweise hat sie auch gleich zugesagt.

00:00:44: Dr.

00:00:44: Antje Schrupp.

00:00:46: Sie ist Journalistin und Politikwissenschaftlerin.

00:00:49: Frau Schrupp lebt in Frankfurt am Main.

00:00:52: Und zu den Schwerpunktthemen, die sie hat, nämlich Feminismus, Religion, demografischer Wandel und Philosophie, habe ich dem Netz entnommen, hat sie mehrere Bücher veröffentlicht und im Netz kann man viel von ihr finden, auch vor allem in ihren eigenen Blog, aber eben auch auf Facebook und auf Twitter.

00:01:09: So, bevor ich jetzt das Lied ruf, ja, herzlich willkommen.

00:01:19: Ja, hallo.

00:01:20: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:22: Vielen Dank für die freundliche Vorstellung.

00:01:25: Und vielen Dank auch für das Thema.

00:01:27: hundert Jahre Frauenwahlrecht ist sozusagen perfekt für freischaffende Politik, Wissenschaftlerinnen.

00:01:34: Es gibt nämlich offensichtlich einen großen Bedarf, dieses Thema zu reflektieren.

00:01:38: Und das finde ich sehr spannend.

00:01:41: Auch außerhalb von, sag ich mal, parteipolitischen Überlegungen oder tagesaktuellen Überlegungen, diese hundert Jahre mal zu nutzen.

00:01:50: Also ich habe manchmal diese ketzerische Frage aufgestellt.

00:01:53: Hundert Jahre Frauenwahlrecht hat es was gebracht.

00:01:55: Also jenseits dieser ganzen Jubel feiern, einfach mal eine Bilanz zu ziehen.

00:02:00: Was hat es denn gebracht?

00:02:01: Hat es was gebracht?

00:02:03: Es gibt zwei große Narrative, also zwei große Arten und Weisen, wie über das Frauenwahlrecht gesprochen wird.

00:02:10: Die eine... ist, dass es nicht so was Wichtiges war.

00:02:15: Also zum Beispiel habe ich in der Schule nichts von der Einführung des Frauenwahlrechts gelernt.

00:02:19: Wir hatten natürlich gelernt, dass irgendwann die Demokratie eingeführt wurde und das allgemeine Wahlrecht.

00:02:25: Und ich kann mich doch daran erinnern, dass ich irgendwann erfahren hatte, dass mit diesem allgemeinen Wahlrecht nur die Männer gemeint waren.

00:02:31: Da war ich schockiert.

00:02:32: Aber das hat man nicht dazu erzählt, dass allgemeine Wahlrecht wurde eingeführt.

00:02:36: und unterrichtet, als wäre es das allgemeine Wahlrecht gewesen, was es natürlich aber nicht war, solange die Frauen nicht wählen durften.

00:02:43: Und die Einführung des Frauenwahlrechts war kein großes Ding, war kein großes Ding im Unterricht.

00:02:48: Und auch jetzt ist es eigentlich so was, was nebenbei ist.

00:02:52: Sie haben jetzt hier eine exklusive Frauenveranstaltung zu diesem Thema.

00:02:56: Ich war dieses Jahr jetzt schon häufiger bei Veranstaltungen, die normalerweise nicht nur für Frauen waren, aber es waren trotzdem nie Männer da oder nur sehr, sehr wenige.

00:03:06: Es ist immer noch so, dass da das Frauenwahlrecht so was Nebensächliches ist, sich die Männer eigentlich nicht dafür zuständig fühlen, es zu feiern, zu begehen, zu bilanzieren oder so.

00:03:16: Es sind Frauen, die sich damit beschäftigen.

00:03:18: Also das ist das eine Narrativ.

00:03:19: Frauenwahlrecht, ja, irgendwann musste das kommen.

00:03:22: Das war irgendwie ein bisschen dumm, dass wir die Frauen anfangs vergessen hatten, aber dann haben wir es ja eingeführt.

00:03:27: Und mehr war da auch halt nicht.

00:03:29: Das ist das eine Narrativ.

00:03:30: Das andere Narrativ, das ist, sagen wir mal, das feministische Gegenerativ dazu.

00:03:35: Das sagt natürlich, dass Frauenwahlrecht war, war super das Wichtigste.

00:03:39: Was Helden für uns erkämpft haben, die mutig alles Mögliche gemacht haben, damit wir heute wählen dürfen.

00:03:47: Das ist so das Narrativ, das eben in der Frauenbewegung erzählt wurde und das hat ja auch... seine Berechtigung, das ist ja auch wahr.

00:03:54: Dazu gibt es auch diese Filme, die gedreht wurden und die viele wahrscheinlich von ihnen gesehen haben, die so Fragetten bei so einen Film, der das gefeiert hat oder jetzt kürztlich die göttliche Ordnung, am Beispiel der Schweiz, da ist es halt noch nicht hundert Jahre her.

00:04:07: Aber es gibt eben so eine feministische Kulturproduktion, die die Einführung des Wahlrechts als etwas sehr Wichtiges feiert, über das wir uns sehr freuen müssen als Frauen.

00:04:19: Ja, das ist das andere.

00:04:20: Ich möchte sozusagen heute ein drittes Narrativ dagegen stellen, ein anderes, das mir eigentlich wichtig erscheint, seit ich eben diese schockierende Erkenntnis hatte, dass das allgemeine Wahlrecht ein Männerwahlrecht war und trotzdem allgemeines Wahlrecht heißt.

00:04:34: Ich habe sozusagen die Frage im Hinterkopf, was war am Wahlrecht oder was ist an der Demokratie, so wie wir sie kennen, eigentlich falsch, dass es möglich war, das Frauenwahlrecht erst mal zu vergessen.

00:04:47: Also ich denke mir an ein System, das auf die Idee kommt, es könnten vielleicht nur männerdemokratische Rechte haben.

00:04:55: An diesem System muss doch grundsätzlich was falsch sein.

00:04:58: Da muss doch irgendein Konstruktionsfehler dahinter stecken.

00:05:00: Und die Frage eben, ja, was ist das?

00:05:04: Was ist der Konstruktionsfehler?

00:05:05: Und was bedeutet sozusagen, dass Frauenwahlen recht über die Formale, dass es verständlich ist, dass uns das zusteht, ist ja klar.

00:05:12: Aber was bedeutet das inhaltlich?

00:05:15: dass wir sozusagen nachträglich emanzipiert wurden in ein System hinein, das aber vorher schon falsch fragt grundsätzlich.

00:05:22: Weil die Freiheit und die Demokratie, die dieses parlamentarische repräsentative System meint, ist eine, die war ursprünglich nicht für uns gemeint.

00:05:31: von Männern für Männer gemeint unter exklusiven Ausflüsterfrauen.

00:05:35: Und als Politik, ich kann verstehen, dass sozusagen dieses Jahr überall hundert Jahre Frauenwahlrecht gefeiert wird.

00:05:40: Für mich als Politikwissenschaftlerin ist eigentlich ein anderes Datum wichtiger.

00:05:45: Ich habe es zehn Jahre zuvor, nämlich die Aufhebung des Verbots für Frauen sich überhaupt politisch zu betätigen.

00:05:53: Es ist ja nicht nur so, dass sie das Frauenwahlrecht so völlig vergessen hatten, sondern es war bis So bis zwei tausend neun wird.

00:06:03: Also zwei tausend neun wird.

00:06:04: Das ist die Jubiläum der Aufhebung.

00:06:07: Das Verbots, also bis muss man in Deutschland verboten, sich politisch zu betätigen.

00:06:13: Was bedeutet, sie durften nicht Mitglied in einer politischen Partei sagen.

00:06:16: Sie durften nicht Mitglied in einer Vereinigung sein, die politische Ziele hatte.

00:06:20: Was der Grund dafür ist, dass die ganzen Frauenvereine, die sich begründet haben, eben so karitative, sozialarbeiterische Bildungsinhalte hatten.

00:06:29: Aber eben, da saßen tatsächlich, das muss man sich eben überlegen und reinziehen, Polizeispitze in Frauenveranstaltungen und haben.

00:06:36: auch passt, dass da nichts politisches gesagt wird.

00:06:39: Das ist sozusagen das System, aus dem heraus dieser Parlamentarismus, diese Parteiendemokratie entstanden ist, in der wir jetzt auch mitmachen dürfen seit Wunderkehren.

00:06:51: Aber wie ist das wirklich ein Anlass zu feiern?

00:06:54: Frage ich jetzt mal ganz hänzerisch.

00:06:56: Und warum überhaupt?

00:06:57: Ich habe dazu zehn Thesen.

00:06:59: Was ist am Traumwahlrecht eigentlich zu feiern?

00:07:02: Und ich habe die entwickelt vor dem Hintergrund meiner These.

00:07:07: Warum?

00:07:07: Also was ist der Konstruktionsfehler?

00:07:09: Und diese These, die wir dann ja nachher diskutieren können, die nämlich auch etwas steil ist.

00:07:15: Meiner Meinung nach ist der Konstruktionsfehler dieser Demokratie, die Vorstellung, dass alle Menschen gleich sind.

00:07:22: Weil in Wirklichkeit sind die Menschen nämlich nicht alle gleich.

00:07:25: Und in dem Moment, wo man Demokratie konstituiert, auch vor der Fiktion, alle Menschen seien gleich, hat man die Notwendigkeit, immer zu entscheiden, ja, welche denn und welche denn nicht.

00:07:37: Und die Nicht-Gleichheit, sozusagen die Gleichheit der Männer hat sofort erforderlich gemacht, die Frage zu beantworten, ja, und was für den Frauen?

00:07:44: sind das auch gleiche oder nicht?

00:07:46: Die wurde beantwortet mit Nein, die sind nicht gleiche.

00:07:49: Das wurde jetzt wieder gut gemacht, aber natürlich haben wir immer noch die Notwendigkeit, in unserer Art der Demokratie ständig zu überlegen.

00:07:56: Wer hat denn die Rechte der Gleichheit?

00:07:59: Und wer gehört nicht dazu?

00:08:01: Wir haben zum Beispiel die Altersgrenze.

00:08:03: Jetzt kann man sagen, die Altersgrenze, die ist halt willkürlich irgendwo festgelegt.

00:08:07: Früher bei einundzwanzig Jahren, jetzt bei achtzehn.

00:08:10: Manche sagen, man könnte sie auch auf sechzehn ziehen.

00:08:12: Da kann man noch sagen, das ist vielleicht eine irgendwie okaye Grenze, weil wir werden alle ja mal älter oder das ist notwendig.

00:08:19: Aber es ist eben auch bei Bezug auf die Beteiligung von Kindern an der Meinungsfindung ein Problem, dass unsere Demokratie auf diese Gleichheit... Baut, die eben bedeutet, wir brauchen diese Linie.

00:08:31: Wer ist gleich oder wer ist nicht gleich?

00:08:33: Wir haben keine Fluiden oder bewegten oder Mechanismen der demokratischen Mitarbeit, die eben die Unterschiede der Menschen achtet.

00:08:43: Und das ist dann natürlich völlig klar, dass man nicht fünfjährige Kinder wählen lassen kann.

00:08:48: Ja, das ist ja logisch.

00:08:49: Aber heißt das wirklich, dass fünfjährige Kinder sich auf keiner Weise demokratisch beteiligen können?

00:08:53: In diesem System heißt es das.

00:08:55: Weil nur Gleiche dürfen mitmachen.

00:08:57: Und natürlich ist das ganz große Frage, was ist mit Migrantinnen und Migranten?

00:09:02: Wann sind die so gleich, dass sie auch wählen dürfen?

00:09:05: Und wann sind sie eben noch ungleich und müssen anders behandelt werden?

00:09:10: Das ist ja ein hochaktuelles Thema zurzeit.

00:09:12: Also diese Idee, dass die Gleichheit, die Voraussetzung ist, um mitmachen zu dürfen, hat das Problem, dass Ungleiche ausgeschlossen werden und ausgeschlossen werden müssen.

00:09:22: Und wir Frauen wissen, wie das ist, wenn man als Ungleiche ausgeschlossen wird.

00:09:26: Oder wir, die hier sitzen, wissen es jetzt nicht mehr.

00:09:28: Aber früher wussten Frauen das.

00:09:30: Und wir sind aber eben nicht die einzigen, die als Ungleiche ausgeschlossen wurden.

00:09:34: Und vielleicht wächst aus unserer Erfahrung damit auch eine gewisse Verantwortung dafür.

00:09:39: So zu sagen, Advokatinnen zu sein für die anderen Ungleichen, die jetzt immer noch Ungleich sind.

00:09:44: und nicht einfach zu sagen, oh toll, jetzt sind andere Ungleiche, wir konnten das Thema vergessen.

00:09:49: Uns erwischt es ja nicht mehr.

00:09:51: Meine Zehntesen, der Versuch sind eben, diese hundert Jahre Frauenwahlrecht nach vorne rauszudenken und nicht nur Rückwirken zu feiern.

00:09:59: Also was folgt nach vorne raus aus diesem hundert Jahre Wahlrecht?

00:10:04: Die erste Theose ist, die Frage ist eben nicht so sehr, was das Wahlrecht für Frauen bedeutet, sondern die Frage ist, was das Wahlrecht für die Demokratie bedeutet.

00:10:13: Das Frauenwahlrecht und das zu feiern ist ein demokratietheoretisches Problem und Thema und ich bin der Meinung, dass wir irgendwie darauf drängen müssen, dass alle sich sozusagen für dieses Thema zuständig fühlen und nicht nur Frauen oder Feministinnen.

00:10:28: Das Thema Frauenwahlrecht und wie es historisch entstanden ist und warum es ursprünglich nicht da war, ist ein demokratie theoretisches Thema und jeder, der über Demokratie redet und über Parlamentarismus muss dazu was sagen können, muss erklären können, wie das war oder warum es so war oder warum es trotzdem okay ist, obwohl es so war.

00:10:47: Also dieses Thema ist eines, was sich alle Demokraten auf die Fahne schreiben müssen.

00:10:52: Mein zweiter Punkt ist historisch gesehen, das Wahlrecht war nicht das wichtigste Anliegen der Feministinnen damals.

00:10:59: Es war sowieso nicht das wichtigste Anliegen der Frauen.

00:11:01: Es ist auch immer so eine Sache.

00:11:03: Ganz viele Frauen waren ja auch gegen das Frauenwahlrecht.

00:11:05: Es war ja gar nicht so, dass das eine Forderung war, die von allen Frauen erhoben wurde und von allen Männern bekämpft wurde.

00:11:11: Es waren auch viele Männer für das Frauenwahlrecht.

00:11:14: Und zwar nicht, weil sie so nette Männer waren und die Frauen so mochten, sondern weil sie dieses demokratietheoretische Problem erkannt haben und wussten, dass ihr eigentlich das System verrottet ist, solange sie Frauen nicht wählen lassen.

00:11:25: Und deswegen sind die klügeren Männer von Anfang an auch für das Frauenwahlrecht gewesen.

00:11:30: Aber viele Frauen waren eben auch dagegen.

00:11:32: Aber es waren eben auch viele Frauen schlichtweg mit anderen Themen beschäftigt.

00:11:36: Wenn man sich anschaut, die Frauenbewegung.

00:11:38: Im neunzehnten Jahrhundert und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts hatte viele wichtige Themen und das Frauenwahlrecht rangierte irgendwie so auf Platz fünf, sechs, sieben, aber nicht auf Platz eins, zwei, drei.

00:11:49: Das wird in diesen Filmen, die das Frauenwahlrecht jubeln, auch einmal falsch dargestellt, meiner Meinung nach.

00:11:54: Das wichtigste Thema, die zwei wichtigsten Themen der Frauenbewegung damals waren einmal Zugang zu Erwerbsarbeit für Frauen, also die Möglichkeit ihr eigenes Geld zu verdienen.

00:12:03: die Möglichkeit ökonomisch unabhängig zu sein, Zugang zu berufen, braucht für die Frau Bewegung sehr viel wichtiger zu erkämpfen oder für viele Feminismus.

00:12:11: Und das zweite ganz wichtige Thema war Familienrechts.

00:12:15: Hat ja schon alle Familien vor dem Scheidungsmöglichkeiten, vor allem auch die Möglichkeit, sich von einem Mann zu trennen, um die Kinder nicht ergeben zu müssen.

00:12:23: Was sie mich damals alles so war, dass erst konnten Frauen sich überhaupt nicht scheiden lassen, dann konnten sie sich zwar scheiden lassen, aber eben ohne die Kinder, weil sie immer schuldig geschieben wurden.

00:12:32: Also diese Reformen des Scheidungs- und Eherechtes waren extrem wichtige Anliegen von Frauen.

00:12:38: Und dann könnte man sagen, okay, die haben sich ja auch erledigt.

00:12:41: Wir dürfen ja jetzt alle Berufe ergreifen und wir dürfen ja jetzt... uns scheiden lassen und auch die Kinder behalten.

00:12:46: Aber natürlich sind diese Themengebiete, die damit angesprochen sind, nicht gelöst.

00:12:51: Also wir haben immer noch das Problem der ökonomischen um prekären Situation vor allen Dingen von Frauen, die jetzt eben nicht mehr daherkommen, dass sie bestimmte Berufe nicht ergreifen können, aber die eben daherkommen, dass sie sich mehr als Männer für die Kehrarbeit zuständig fühlen, dass sie andere Berufe wählen, die eben aus historischen Gründen oder Weise von Frauen ergriffen werden, nicht so gut bezahlt werden, wie die Männerberufe.

00:13:14: Also wir haben auf diesem Bereich der ökonomischen Absicherung von Frauen immer noch große Baustellen.

00:13:19: Wir haben auch diese auseinandertriften Schere von Arm und Reich, die jetzt nicht nur Frauen betrifft, sondern auch Männer, aber natürlich auch Frauen.

00:13:26: Es gibt eben Armut und es gibt Ungerechtigkeit, ökonomische Ungerechtigkeit.

00:13:31: Es gibt sozusagen diese ganze globalisierte Finanzplase, die extrem... Problematisch ist für das Alltagsleben vieler Menschen überall auf der Welt, also ich würde sagen tatsächlich, dass auch diese ökonomischen Probleme eben immer noch eigentlich wichtiger sind.

00:13:46: Und was hat es gebracht, dass wir wählen, haben wir die gelöst.

00:13:50: Das ist die Frage, was können wir mit unserem Wahlrecht anfangen, außer dass wir uns darüber freuen, dass wir das haben, können wir das einsetzen, um zum Beispiel diese Ungerechtigkeiten tatsächlich auch anzugehen.

00:14:01: Drittens, wir sollten die Frauen ernst nehmen, die skeptisch sind gegenüber dieser parlamentarischen Demokratie.

00:14:09: Ich weiß ja nicht, seit wir haben jetzt diesen auchkommenden Rechtspopulismus, diese demokratiefeindlichen Strömungen von rechts außen.

00:14:17: Und ich bin natürlich die Erste, die auch zugibt, dass die ganz schlimm sind und gefährlich und dass man die gar nicht unterschätzen darf in ihrer gravierend, die sind.

00:14:26: Aber ich fühle seither so einen gewissen Druck auf mir, als Frau doch in die Presse zu springen, um die Demokratie zu retten vor diesen Angriffen und welches.

00:14:35: Also zum Beispiel passiert es mir neuerdings häufiger, dass wenn man auch, dass ich sozusagen... Ich bin persönlich keine Partei-Politiker-Lände, in was die Theorie angeht.

00:14:45: Neugier zum Anarchismus als politischer Theorie.

00:14:48: Und das war immer so ... wurde mir das als kurile Eigenschaft zugestanden.

00:14:53: Aber in letzter Zeit höre ich immer oft, aber das geht doch nicht.

00:14:57: Wir müssen noch die Parteien stabilisieren gegen diese Angriffe von Recht.

00:15:00: Wir müssen noch die Demokratie retten.

00:15:02: Und du als Frau hast Recht, weil du verdankst doch deine Rechte dieser Demokratie.

00:15:07: So ist das Narrativ.

00:15:08: Und dann sage ich erst mal, nee, also diese Demokratie hat mir dieses Recht ursprünglich eben nicht gegeben, sondern vorenthalten.

00:15:14: Und ich bin dieser Demokratie auch gar nicht schuldig.

00:15:17: Also, dass ich wählen darf, ist eine solche... dass ich mich weigere, dafür dankbar sein zu sollen.

00:15:23: Sondern das ist halt einfach so, ja?

00:15:26: Und das finde ich auch so ärgerlich.

00:15:28: In diesen Jubiläen werde ich auch manchmal interviewt und eigentlich so eine Frage, die dann immer kommt, ist, was sagen Sie eigentlich den Frauen, die ihr Wahlrecht, dass das so hart erkämpft wurde, nicht wahrnehmen und einfach zu Hause bleiben?

00:15:40: Den sage ich gar nicht.

00:15:41: Das gehört zum Wahlrecht dazu, dass man nicht gewählen gehen muss, ja?

00:15:45: Und wie gesagt, diese Frauen können einfach machen, was sie wollen, das ist ihre Souveräne.

00:15:50: Und sie müssen gar nichts, nur weil sie das Wahlrecht haben.

00:15:52: Natürlich ist es schön, dass wir das Wahlrecht haben.

00:15:54: Und natürlich finde ich es bedauerlich und ärgerlich, uns skandalös, dass es Gegenden auf der Welt gibt, wo Frau nicht wählen dürfen.

00:16:01: Aber... Deswegen bin ich niemandem, was schuldig.

00:16:04: Das heißt ja nicht, dass ich es falsch finde, wählen zu gehen oder dass ich sage, es ist falsch, Politikerin zu werden oder so.

00:16:10: Ich bin deshalb keine Politikerin, weil ich dazu völlig unbegabt bin, weil ich nicht ganz undeplomatisch bin.

00:16:15: Ich sage allen immer meine Meinung.

00:16:17: Da kommt man in der Parteipolitik nicht weit.

00:16:19: Ich habe aber nicht prinzipiell was dagegen.

00:16:22: Ich habe überhaupt nicht prinzipiell was dagegen.

00:16:24: Wie jemand Parteipolitik machen will.

00:16:26: Nur zu, finde ich super, ja?

00:16:28: Unterstütze ich auch und applaudiere ich.

00:16:30: Aber es ist keine Verpflichtung.

00:16:31: Wir Frauen sind der Demokratie nicht schuldig.

00:16:34: Und es gibt eben gute Gründe, sie zu kritisieren.

00:16:38: Und das haben auch Frauen schon immer gemacht, auch schon bevor das Frauenwahlrecht eingeführt wurde.

00:16:43: Einer meiner Lieblingssprüche, den ich wirklich prophetisch finde, ist von der französischen Anarchistin Louise Michel, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in den vergangenen Jahren, die schon in vorhergesehen hat, dass irgendwann mal Frauen das Wahlrecht oder überhaupt politische Rechte bekommen würden, musste man jetzt auch keine große Hellseherin dazu sein, das vorherzusehen, weil, wie gesagt, das System war ja unlogisch in sich.

00:17:04: Sie hat dann gesagt, eure Privilegien, die Zeit ist nicht mehr weit, wo er sie uns anbieten werdet und zu versuchen, ihn durch diese Teilung mit uns wieder neuen Klans zu verleihen, behaltet diese Lumpen, wir wollen sie nicht.

00:17:18: Und ich finde, das ist ein bedenkenswertendes Argument, weil genau diese Sache, dass man sich Frauen holt, junge Frauen in die Partei, um ihnen dadurch wieder ganz zu verleihen, ist ein Mechanismus, der tatsächlich passiert.

00:17:31: Ich habe das auch mal, wir haben heute eine emanzipierte Gesellschaft und das bedeutet eine Partei, aber nicht nur eine Partei, auch in Verband oder was auch immer.

00:17:40: Was den Anspruch erhebt, für die gesamte Gesellschaft zu sprechen, kann es sich nicht mehr leisten, keine Frauen dabei zu haben.

00:17:46: Und natürlich gibt es diesen Mechanismus, dass man sagt, oh, wir brauchen noch eine Frau, sonst sieht das blöd aus.

00:17:52: Welche kannst du denn mal machen?

00:17:53: Ich habe auch mal gelernt, irgendwie, ich hatte mal diesen Begriff der Coverguards.

00:17:58: Ich habe mal eine Zeit lang so Tagungsflyer ausgewertet und habe gezählt, wie viele Frauen innen drin in dem Programm.

00:18:06: Vorkommen und wie viele Frauen vorne mit Bild auf dem Kapper sind.

00:18:10: Das Verhältnis können Sie sich sicher denken.

00:18:12: Also alle verfügbaren Frauen waren immer auch vorne auf dem Kapper und innen drin war das aber sehr männerlastlich.

00:18:18: Weil es einfach war ist, durch eine Frau verleihen sich selber diese alten Institutionen neuen Klans.

00:18:26: Also das ist einfach eine Gefahr, die besteht, was eben nicht heißt, dass man dieses Angebot ausschlagen muss.

00:18:31: Aber was meiner Meinung nach schon heißt, wenn man sich schon dazu bereit erklärt, Cover dann auch Forderung stellen sollte, sollte man das dann auch eben an Bedingungen kürfen und nicht sagen, oh, ich bin so dankbar, dass ich bei euch auf dem Cover sein darf.

00:18:42: Das ist nämlich nicht der Grund dahinter.

00:18:52: Die vierte These.

00:18:54: Wir sollten uns damit auseinandersetzen, das ist ja auch heute angesprochen worden, dass das Frauenwahlrecht nicht zu einer gleichen Beteiligung von Frauen an der parlamentarischen Politik geführt hat.

00:19:04: Das ist ja auch schon ein ganz altes Thema im Feminismus.

00:19:07: Sie wissen vielleicht, dass Simone Bois ihr Buch, das andere Geschlecht, genau deshalb bestiegen hat, wenige Jahre nachdem in Frankreich eben.

00:19:15: Das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, das war ja etwas verspät, der erste in den vierziger Jahren.

00:19:19: Und sie hat darin eben analysiert, warum das Wahlrecht alleine nichts nützt.

00:19:23: Man hat ja anfangs gedacht, wenn Frauen das Wahlrecht haben, ist alles in Butter bei, dann braucht man für nichts mehr groß kämpfen, weil die Frauen können ja dann so wählen, wie sie es haben wollen.

00:19:33: Wir wissen inzwischen, dass das Wahlrecht genau das nicht bringt, dass Frauen nicht Frauen... Sachen wählen, sondern dass Frauen ihren Milieus erstrechend wählen.

00:19:44: Das war übrigens auch schon damals so, dass viele gerade Linke befürchtet haben, wenn wir das Frauenwahlrecht einführen, dann führt das zu einer Stärkung der Rechten.

00:19:53: Parteien und der konservativen christlichen Milieus.

00:19:56: Und es war anfangs auch so, deswegen ist es der SPD wirklich hoch anzurechnen, dass sie das Frauenwahlrecht unterstützt hat, weil es war absehbar, dass sie dadurch Stimmen verlieren wird.

00:20:06: Ich bin mir nicht sicher, ob die SPD zu so einer Heldentat heute noch bereit wäre, in Herrn Werzen zu treten.

00:20:12: Aber das ist ja tatsächlich damals groß anzurechnen gewesen, dass sie sagt, weil wir prinzipiell davon überzeugt sind, dass wir das Frauennachen werden, auch wenn die Frauen wahrscheinlich nachher die konservativen Parteien wählen.

00:20:22: Es besteht eben dieses Missverständnis, dass Frauen im Sinne von Fraueninteressen wählen würden.

00:20:28: Das tun sie nicht.

00:20:29: Das ist ja jetzt auch nach der Niederlage von Hillary Clinton sehr diskutiert worden.

00:20:34: Warum haben so viele weiße Frauen, nämlich dreieinfünfzig Prozent, Donald Trump gewählt?

00:20:40: Das ist immer mit großem Fragezeichen diskutiert worden.

00:20:42: Als Politikwissenschaftlerin kann ich sagen, das war völlig klar, dass sie das machen, weil das ist immer so.

00:20:47: Frauen wählen das, was Männer auch wählen, nach ihren Milieus.

00:20:50: Und in diesem Fall war der Unterschied.

00:20:52: sogar relativ hoch, weil es haben dreiundsechzig Prozentweise Männer Trump gewählt.

00:20:57: Also dieser zehn Prozentpunkte Unterschied in den Wahlverhalten ist bemerkenswert, ist statistisch unüblich.

00:21:04: Normalerweise sind die sehr nah beieinander.

00:21:06: Aber es ist eben tatsächlich so, dass es nicht stimmt, dass Frauen dadurch, dass sie wählen können, selber.

00:21:13: Dass sie was anderes großartig wählen, das tun sie nicht.

00:21:15: Und was die Wahlergebnisse angeht, so ist eben sehr vieles.

00:21:19: Es ist eigentlich egal, ob Frauen wählen oder nicht.

00:21:21: Weil sie wählen einfach dasselbe, was Männer auch wählen.

00:21:24: Es ist natürlich prinzipiell wichtig.

00:21:27: Es ist prinzipiell für uns wichtig, dass wir wählen dürfen.

00:21:29: Aber was die Ergebnisse angeht, ist es egal.

00:21:32: Außer in manchen seltenen Fällen.

00:21:34: Und ich finde übrigens, das weiß ich Schande auf mein Haupt auch erst seit kurzem, dass sie bei den Grünen ja ... nicht nur diese Frauenquote haben, die dieses als gleichstellungspolitisches Instrument, sondern auch das Frauenveto.

00:21:49: Und ich würde, wir wünschen, dass das viel häufiger eingesetzt wird, auch in Bezug auf dem, was ich vorhin gesagt habe, über Gleichheit und Verschiedenheit.

00:21:57: Denn die Frauenquote ist ja ein Instrument, das die Gleichheit stärkt.

00:22:03: Das Frauenveto ist ein Instrument, das die Unterschiede sichtbar macht.

00:22:07: Und das finde ich viel wichtiger.

00:22:09: Ich weiß nicht, für die, die es nicht wissen, was es ist.

00:22:10: Das Frauenveto bedeutet, wenn ich es richtig verstanden habe, dass wenn ein Parteikremium, die da normalerweise fünfzig Prozent quotiert sind, einen Beschluss fest kann man beantragen.

00:22:21: Ein Frauenveto, das bedeutet, dass die Frauen... die selbe Frage nochmal abstimmen.

00:22:26: Und in den Fällen, wo das Ergebnis dann anders ausfällt, als das Gesamtergebnis war, hat das aufschiebende Wirkung.

00:22:32: Und das finde ich ein ganz tolles Instrument sozusagen, um sichtbar zu machen, wo eventuell Differenzen sind.

00:22:40: In den meisten Fällen werden da eben keine Differenzen sein, aber es gibt eben so manche Themen, die ganz speziell Frauen betreffen wie §.

00:22:46: twohundertachzehn oder zweieinundneinzehn A oder diese Gesetzevergewaltigung in der Ehe.

00:22:51: Also es gab ja auch in der Geschichte der Bundesrepublik oder Neustands schon einige Fälle, in denen Frauen sich überfraktionell zusammengeschlossen haben und dann auch parlamentarische Beschlüsse bewirkt haben.

00:23:04: Aber es bleibt eben Fakt in den allermeisten Themen, ob es Arbeitsmarkt oder Wirtschaftsgesetze oder Krieg führen oder was auch immer am Windkraftrede bauen oder abbauen.

00:23:15: All diese Sachen haben Frauen nicht prinzipiell andere.

00:23:18: Wahlentscheidungen als Männer.

00:23:20: Und man sieht ja auch, dass wir eine Bundeskanzlerin haben, die inhaltlich nicht das macht, was viele hier sich wahrscheinlich unter Fraueninteresse vertreten, vorstellen würden.

00:23:30: Sie macht, also da könnte man jetzt ein ganz nächstes Kurs machen, Angela Merkels Artpolitik zu machen.

00:23:35: Ich finde, dass sie sich durchaus sehr unterscheidet von der männlichen Artpolitik zu machen.

00:23:39: Aber das betrifft die Form, die Art, wie sie Politik macht.

00:23:42: Das betrifft natürlich nicht die Inhalte dessen, was sie vertritt.

00:23:46: Das war also das Vierte.

00:23:47: Und das führt eben auch dazu, dass Frauen das natürlich merken und sich dann eben fragen, warum sollen wir denn in die Parteien gehen, wenn das eh keinen Unterschied macht?

00:23:57: Und ich glaube, dass diese Art großes Fragezeichen, dass viele Frauen haben und zwar vielleicht nicht die Frauen, die hier sitzen und politisch interessiert sind, aber es sind ja nicht alle Menschen politisch interessiert, die sich fragen, warum soll ich mich mit diesen Stress machen?

00:24:11: Das reicht also.

00:24:12: da habe ich eigentlich keine Lust zu.

00:24:13: Ich finde interessant, der Anteil der Frauen im Bundestag ist ja wieder gesunken.

00:24:19: Aber eben nicht gleichmäßiger ist eben nur in den rechten Parteien gesunden.

00:24:23: Wir dürfen das auch nicht so im Pauschal immer sehen.

00:24:26: Bei SPD ist der Frauenanteil in den Abgeordneten bei über vierzig Prozent, bei Grünen und Linke bei über fünfzig Prozent und bei CDU CS und FDP nur bei zwanzig Prozent und bei der AfD bei zehn Prozent.

00:24:38: Das heißt, wir haben nicht einfach den allgemeinen Frauenanteil im Bundestag, sondern es driftet auseinander.

00:24:43: Ja, es gibt Parteien, bei denen ist ein ausgeglichenes Verhältnis erreicht auf der Bundesebene, auf der Länderebene, nicht auf den Kommunalebenen, das ist eben nur runter.

00:24:54: Aber es gibt eben auch Parteien, die sind noch genauso weit von der Frauenteilnahme parlamentarisch gesehen entfernt, fast wie vor hundert Jahren.

00:25:03: Und es hat natürlich was mit Quoten zu tun, das hat was mit Sprache zu tun, das hat was mit einer veränderten Kultur zu tun.

00:25:09: Aber man müsste da eben, finde ich, längst viel genauer Darüber arbeiten sozusagen.

00:25:15: Wo bewirkt die Anwesenheit von Frauen in der Politik und ihr mitbestimmt, wo bewirkt das auch eine Veränderung der politischen Kultur und wo und warum eigentlich eben nicht.

00:25:24: Also das Frauenwahlrecht ist eine gute Sache, aber nicht, wenn man das einfach nur so stehen lässt.

00:25:28: Aber man muss dann hinterher auch inhaltlich damit arbeiten, muss evaluieren, muss es weiterentwickeln und so weiter.

00:25:35: Ja.

00:25:35: Tese fünf, wenn Frauen sich nicht für Parteipolitik interessieren, heißt das keineswegs, dass sie politisch desinteressiert sind, weil Politik findet nicht nur in Parteien und Parlamenten statt, sondern eigentlich überall.

00:25:47: Ich bin dafür, dass wir also einen Aktionsformen übergreifenden Zusammenschluss von Politik der Frauen hinkriegen und sehen, dass dieser parlamentarische Weg der... Politik eben nur einer von vielen ist und dass es viele Frauen gibt, die andere Wege der Politik bevorzugen, zum Beispiel eben autonome Bewegungen oder Aktionsformen, Aktionismus, es gibt das Netzwerker Revolution, es gibt Umweltinitiativen, es gibt ehrenamtliches Engagement, es gibt viele Felder Politik zu machen und wir müssen eben sehen, dass dieser Parlamentarismus nur der eine Flügel davon ist und dass der total darauf angewiesen ist, dass es andere Flügen gibt und andersherum.

00:26:27: Ich finde, man sieht es jetzt sehr schön an der leidigen Frage mit dem Parakraft-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern-Modern.

00:26:41: den Zwei-Ninze-Nah abzuschaffen können, dass die Parlamentarierinnen auch nicht machen.

00:26:56: Aber wenn die Parlamentarierinnen das nicht machen können, wir so viel auf der Straße rumlaufen, wie wir wollen, es wird dann auch nicht abgeschafft.

00:27:02: Und dieses Verständnis, das hat sich, ich glaube, dass das vielleicht vor hundert Jahren, als wir das Frauenwahlrecht, gerade wir, ernei- wir, ne?

00:27:09: Das wir es durchschatten, dass es noch klarer war, dass das eine gemeinsame Bewegung ist.

00:27:15: Und jetzt hat man sich da so dran gewöhnt und man denkt eigentlich, wählen gehen reicht, aber wählen gehen ist eben nichts wert, wenn es nicht auch... auch eine zivilgesellschaftliche Unterfütterung dieser Anliegen gibt.

00:27:27: Sextens, wir sollen Demokratie theoretisch nachfragen, was es bedeutet, wenn in an bestimmten Orten, wo Repräsentative Institutionen sein sollten, die Frauen fehlen.

00:27:39: Ich finde, wir brauchen jetzt sozusagen tatsächlich Sanktionen in Bezug auf Parteien, die weiterhin nur Männer haben oder in einem sehr großen Übermaß Männer haben.

00:27:48: Interessanterweise war ich Danke.

00:27:53: Die formale Erlaubnis mitzumachen genügt nicht, sondern wir brauchen Maßnahmen.

00:27:59: Und interessanterweise war ich gestern bei einer anderen Veranstaltung, die eher von SPD-lastigen Frauenpolitikerinnen organisiert wurden, aber auch eben parteiübergreifend war.

00:28:08: Und auf dem Podium, das war gegen so Quote, war eine CDU-Politikerin, die genau das auch gesagt hat, weil sie nämlich sieht, dass sie ja innerparteilich in der CDU nicht weiterkommen, die CDU-Frauen fordern das natürlich auch.

00:28:19: Und sie ärgern sie auch, dass sie so wenig Chancen haben.

00:28:22: innerparteilich kommen wir nicht weiter, wir brauchen jetzt den Druck von außen, zum Beispiel durch ein Paritätzusetzen, wie sie es hier in Bayern glaube ich auch bestotiert wird oder einfach weiß, was ich weniger Wahlkampf kosten für Parteien, die keine Frauen in die Parlamente bringen oder sowas.

00:28:39: Also ich plädiere eben dafür und dafür ist es eben aber wichtig.

00:28:44: wie wir das begründen.

00:28:45: Und mir ist auch aufgefallen, das wusste ich auch nicht so genau, dass die SPD ja auch eine Quote hat, aber eine Vierzig-Prozent-Quote für Frauen und Männer.

00:28:53: Das heißt sozusagen, die Quote bedeutet alle Geschlechter, also die weiblichen und die männlichen Geschlechter sollen jeweils mit mindestens Vierzig-Prozent vertreten sein.

00:29:02: Wohingegen die Grünen ja eine Vierzig-Prozent-Frauen-Quote haben.

00:29:05: Es geht also auch, dass Neunzig-Prozent-Frauen sind.

00:29:08: Ja, das ist auch okay.

00:29:09: Und das finde ich total wichtig.

00:29:10: Diesen Unterschied, den finde ich Qualitativ oder symbolisch ganz entscheidend, weil dieser SPD-Variante, sage ich mal, das ist so eine gleichheitsgehoberte Quote, die so tut, es geht doch darum Frauen und Männer alle gleich, alle gleichermaßen.

00:29:24: Woher die grüne Frauenquote, das Wort Frau in den Mund nimmt.

00:29:25: erstens und auch... ungleich ist, weil die einen dürfen nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:27: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:28: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:29: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:31: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:32: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:33: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:33: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:35: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:36: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:37: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:38: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:39: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:40: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:41: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:42: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:43: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:44: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:45: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:46: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:48: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:48: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:49: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:50: nur die anderen dürfen alle höchstens.

00:29:51: Quoten, Gleichstellungsmaßnahmen und so weiter.

00:29:53: Gleichstellungen sollte man gar nicht mehr, das Wort sollte man streichen.

00:29:56: Aber all diese maßnahmen, diese strukturellen Maßnahmen, um die Männerdominanz in den Parlamenten zu bekämpfen, die darf man nicht so begründen, dass sie die Gleichheit der Frauen herstellen sollen, sondern die muss man so begründen, dass sie den Konstruktionsfehler der repräsentativen Demokratie versuchen wollen, ein wenig abzumildern.

00:30:15: Das ist der Grund, warum wir solche Maßnahmen brauchen.

00:30:18: Nicht weil wir mit den Männern gleichgestellt werden wollen, das wollen wir doch gar nicht.

00:30:21: Wir wollen doch was ändern oder dacht ich jedenfalls.

00:30:29: Ich bin mir jedenfalls ganz fürchterlich vor, weil wir bald auch eine weibliche Version von Seehofer oder Doofens haben.

00:30:34: Das ist nämlich nicht ausgeschlossen, weil ja dieser Unterschied in der Art wie Frauenpolitik machen nicht in unseren Genen oder sowas verankert wäre, sondern der ist ja nur historisch geformt.

00:30:45: Es ist ja eine historische Entwicklung, mit der wir es zu tun haben und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir irgendwann Weibliche Seehofers haben, die sich nichts davon unterscheiden, nur vielleicht mit dem Rock.

00:30:55: Ich finde auch immer so diese Bilder sehr schön, die so Frauen in der Wirtschaft betiten.

00:31:00: Alle diese Bilder zeigen solche Anzugmänner und dazwischen steht eine Frau in Pumps.

00:31:05: Das ist sozusagen die Visualisierung einer falsch verstandenen Gleichheit, würde ich sagen.

00:31:12: Meine siebte These ist inhaltliche Art.

00:31:14: Es geht jetzt weiter in diese inhaltliche Demokratiekritik rein.

00:31:17: Politik und Macht dürfen nicht länger gleich gesetzt werden.

00:31:20: Wir haben einen, die diese parlamentarische Demokratie hat uns angewöhnt, dass wir Politik gleichsetzen mit Machtpolitik.

00:31:27: Und ich, das schreckt Frauen ab und vielleicht auch einige vernünftigere Männer.

00:31:32: Ich zum Beispiel habe mich schon immer für Politik interessiert, schon als Jugendliche.

00:31:37: Und ich habe auch Sachen gemacht und meine Meinung geäußert und so weiter.

00:31:41: Mein Vater hat immer mir antwortet, wenn du alles so schlauchweißt, dann geh doch in die Partei.

00:31:47: Geh doch in eine Partei.

00:31:48: Und das war sozusagen genau die falsche Antwort, weil ich wollte ja nicht in eine Partei.

00:31:52: Aber die Sache, du kannst nur was verändern, indem du eine Machtposition einnimmst.

00:31:57: Indem du irgendetwas wirst und dann diese Macht nutzt, um deine Ideen umzusetzen, die hat sozusagen unsere politische Vorstellungswelt vergiftet.

00:32:06: Und wir inszenieren ja inzwischen Politik in Form von Duellen.

00:32:10: Kanzler-Duelle, das finde ich so was ganz Schreckliches.

00:32:13: Wir reden in einer Sprache der Macht und der Konkurrenz über Politik.

00:32:17: Wir haben Wahlen niederlagen.

00:32:19: Ich finde, das ist eine unmögliche Art zu dieses Verfahrenwahlen.

00:32:22: Heißt doch, wir sind uns nicht einig, was wir machen wollen.

00:32:26: Und da habe ich einen Vorschlag, wir machen so rum.

00:32:29: Und jemand anderes hat einen Vorschlag und es macht so rum.

00:32:31: Und dann stimmen wir ab.

00:32:33: Abstimmung sind meistens kein gutes Verfahren.

00:32:35: Aber bei unwichtigen Sachen ist es ganz okay abzustimmen.

00:32:38: Es geht schnell.

00:32:39: Und dann stimmen wir ab und achtzig Prozent sind die Meinung dieses Konkurrenten von mir und nur zwanzig Prozent ist meiner Meinung.

00:32:46: Ja, das ist doch keine Niederlage, sondern wir haben doch einfach nur ein Stimmungsbild gemacht und ich stell fest, ich bin mit meiner Meinung eine Minderheit, aber eine Minderheit zu sein ist doch nichts Ehrenröhriges.

00:32:57: Also wir haben durch diese Art, wie wir über Politik reden, haben wir die Vorstellung gehabt, es ist schlimm, eine Minderheiten Meinung zu haben und man muss möglichst immer gewinnen und das heißt, sagen, was die Mehrheit will.

00:33:09: Und ich finde das total undemokratisch und unpolitisch.

00:33:12: Demokratisch bedeutet, wir haben viele unterschiedliche Vorschläge.

00:33:15: Und dann nehmen wir per Mehrheit einen davon.

00:33:17: Aber dass die Mehrheit etwas will, hat überhaupt nichts damit zu tun, dass das der Beste oder der Richtigste ist, sondern das ist eben nur das, was die Mehrheit will.

00:33:25: Das kann auch genau so gut falsch sein, so wie die Mehrheit ja auch Richter gewählt hat.

00:33:28: Mehrheit ist ja kein Qualitätskriterium, sondern einfach nur die Mehrheit wills und dann machen wir es so.

00:33:35: Egal, ob es richtig oder falsch ist, es kann eben auch richtiger sein oder besser oder auch vielleicht nur anders.

00:33:40: Aber wir haben durch die Art, wie wir Politik organisieren, diese Idee.

00:33:44: Man muss immer in der Mehrheit schwimmen, sonst hat man verloren.

00:33:48: Und daraus entsteht auch diese Idee, Minderheit sein ist was Schlimmes, ist was Schlechtes.

00:33:53: Und das... überträgt sich natürlich auf das, wie wir mit Minderheiten umgehen, die muss man nämlich bedauern.

00:34:00: Aber warum ist es das Schlimm, einer Minderheit anzugehören?

00:34:02: Da ist ja gar nichts Schlimmes dabei, außer dass man vielleicht nicht so viel gewählt wird.

00:34:06: Aber diese ganze symbolische Konstruktion ist falsch, wenn Sie verstehen, worauf ich rauswille.

00:34:11: Und ein ganz geniales Buch, wo das vieles davon schon drinsteht, ist eben von Simone Wehl, die hat ein Buch geschrieben, Plétoyer für die Abschaffung der politischen Parteien.

00:34:21: gefällt mir als Anarchistin sehr gut.

00:34:23: Das Buch ist neu aufgelegt worden, also man kann es jetzt auch wieder auf Deutsch kaufen.

00:34:28: Und ich finde, viele der Argumente, die sie darin bringt, warum politische Parteien, also die Bildung von konkurrierenden Entitäten, die sich dann bekämpfen müssen, sozusagen als Verfahren, warum das schlecht ist für die Demokratie.

00:34:41: Und ich wünsche mir viel mehr solche Diskussionen.

00:34:44: die nicht immer nur die Parteien retten wollen, also den Status quo retten wollen, sondern die eben grundsätzlich überlegen, was bedeutet Demokratie und welche demokratischen Verfahren wollen wir eben haben.

00:34:55: These acht, wir müssen uns darüber klar sein, dass Frauenrechte immer wieder Gegenstand politischer Verhandlungen sind.

00:35:01: Die stehen niemals fest.

00:35:04: Und es wird eben oft gesagt so, ja, also es wird auch so getan, als kommen wir irgendwo aus dem finsteren Mittelalter und laufen direkt zu auf die gloriose Zeit des Fifty-Fifty, ja.

00:35:15: Und die Frage ist nur, wie lange brauchen wir noch, bis wir da sind?

00:35:18: Und dann brauchen wir manchmal noch zweihundert Jahre, manchmal noch zweitausend Jahre.

00:35:22: Ja, wenn das in demselben Tempo weitergeht, dann dauert es noch.

00:35:25: Aber... Es ist überhaupt nicht klar, dass wir dahin laufen.

00:35:28: Wir können auch zurücklaufen.

00:35:29: Wenn man mal die Frauen in Afghanistan fragt, dann weiß man, dass man Emanzipationen nicht ein für alle Malerungen hat, sondern dass man immer wieder dafür eintreten muss, dass sie auch bleibt und dass sie auch tatsächlich abgeschafft werden kann.

00:35:41: Also, diese Sache Frauenrechte sind eben kein Naturgesetz, sondern es ist gesellschaftliche Aushandlungssache.

00:35:47: Und deswegen ist es eben so wichtig, sich nicht einfach darauf auszuwohnen, sondern sie weiterzuentwickeln.

00:35:53: Und ich finde, Frauenrechte ... diese westlich-moderne, emanzipierte Gesellschaft, die wir sind und die natürlich gute Aspekte hat und für vieles davon bin ich auch dankbar, aber die zu bewahren heißt eben nicht.

00:36:06: daran festzuhalten, dass alles immer so bleibt, wie es jetzt ist, sondern man muss es weiterentwickeln in eine nachhaltige Zukunft.

00:36:13: Wir wissen, es muss sich alles ändern, damit es so bleibt, wie es ist.

00:36:16: Also so bleiben, wie es ist, tut es nie.

00:36:19: Und wenn wir nur am bestehenden festhalten, dann laufen wir Gefahr, es zu verlieren und die Gegner sind ja stark.

00:36:26: Und jetzt gehe ich noch mal tiefer.

00:36:27: Ich finde, wir müssen das Prinzip der Präsentation infrage stellen.

00:36:31: Unser politisches System beruht auf der Idee, dass manche die einen für die anderen Entscheidungen treffen können.

00:36:38: Das ist auch der alte Grund, warum früher Frauen nicht wählen durften, weil der Mann hat, also es hieß ja nicht Frauen.

00:36:44: sind irgendwie unwichtig und deswegen dürfen die nicht wählen, sondern die Idee war ja, die Einheit ist die Familie und der Mann wählt für die Frau mit, sozusagen, oder für die Kinder.

00:36:54: Es gibt im englischen Eherecht, war das super schön formuliert, dass sie sich Hass und ein Weif erwonnen und das ist sie, sozusagen.

00:37:01: Ja, also, der Mann wählt ja nicht als Mann.

00:37:04: sondern erwählte als Mensch für und repräsentiert die Frauen und die Kinder.

00:37:09: Und dann hat man Leute gewählt und die repräsentieren dann wieder ihre Wähler.

00:37:13: Also wir haben Politik in Form der Repräsentation organisiert, aber Repräsentation... ist eben eine sehr schwierige Sache und ich glaube mehr Frauen als Männer wissen, dass man eigentlich andere Menschen nicht repräsentieren kann und dass wir mehr Politik in erster Person brauchen.

00:37:27: Wir brauchen Verfahren, wo alle Menschen sich also nicht für andere sprechen, sondern für sich selbst sprechen, weil wir unterschiedliche Perspektiven, unterschiedliche Wünsche, unterschiedliche Erfahrungen haben, also all das, was wir in Bezug auf Diversity Management in anderen gesellschaftlichen Bereichen ja diskutiert haben.

00:37:43: Das brauchen wir in der Politik.

00:37:45: Politik, demokratische Verfahren für Ungleiche.

00:37:48: Und die Repräsentation ist wieder so eine Methode, die auf Gleichheit fußt.

00:37:53: Denn ich kann ja nur die repräsentieren, die mir sozusagen gleich sind.

00:37:58: Wenn ich repräsentiere, habe ich ja eine Gleichheit hergestellt.

00:38:01: Ich spreche für andere.

00:38:02: Das war meine neunte These und die zehnte These.

00:38:05: Ja, das ist die These von dem All.

00:38:07: Hundert Jahre Frauen, Wahlrecht sind eben Anlass, nicht nur für Jugendfeiern, sondern für grundsätzliche Debatten über die Demokratie.

00:38:14: Welche Verfahren und Praktiken brauchen wir, wollen wir, um die Beteiligung aller an der Gestaltung des Gemeindenwesens zu ermöglichen.

00:38:23: Unter Beachtung der real existierenden Ungleichheit der Menschen.

00:38:28: Und wie wollen wir sozusagen die Welt haben, in der wir leben angesichts all dieser Probleme?

00:38:35: Demokratie ist eben keine formale Regel, sondern Demokratie ist eine politische Praxis.

00:38:40: Das ist so ähnlich wie mit Gender.

00:38:42: Gender ist nichts, was existiert, sondern es ist Doing Gender.

00:38:45: Es ist etwas, was man macht.

00:38:47: Und auch Demokratie ist nichts, was existiert, sondern etwas, was... Wir machen eine demokratische Gesellschaft.

00:38:53: Wir haben nicht eine Demokratie.

00:38:55: Eine Demokratie hat man nicht, sondern man lebt sie oder man lebt sie eben nicht.

00:39:00: Und ich möchte Sie einladen, eben radikaler darüber zu diskutieren, was ist denn eigentlich eine Demokratie, die ich haben wollte.

00:39:07: Danke.

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