Christoph von Marschall - Trump, Clinton und andere Millionäre

Shownotes

Zehn Jahre später ist dieser Veranstaltungsmitschnitt noch immer spannend: wie blickten wir damals auf Donald Trump als Kandidat?

Der Aufstieg des Immobilien-Milliardärs Donald Trump zum „Frontrunner“ bei der Kür des Präsidentschaftskandidaten 2016 der Republikaner lässt die Alarmglocken schrillen: Spielt Geld eine manipulative Rolle in US-Wahlkämpfen? Auch sein innerparteilicher Konkurrent Jeb Bush und die mutmaßliche Gegenkandidatin bei den Demokraten, Hillary Clinton, sind Millionäre.

In seinem Vortrag wirft Christoph von Marschall einen Blick auf die Präsidentschaftswahl 2016 und die entscheidenden Dynamiken amerikanischer Kampagnen.

Er war von 2005 bis 2013 USA- und White-House-Korrespondent, hat Barack Obama in seinen Wahlkämpfen begleitet und ist derzeit Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des in Berlin erscheinenden Tagesspiegel.

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00:00:00: Hier erstmal vielen Dank für diese nette Begrüßung.

00:00:02: Ich bin sehr gerne wieder in München.

00:00:03: Ich habe ja auch in meinem journalistischen Leben zwei Jahre in München gelebt, denn bei der Süddeutschen Zeitung hat meine ganze journalistische Laufbahn angefangen nach dem Studium der osteuropäischen Geschichte in Freiburg und Mainz und Krakau.

00:00:15: Und es ist ja schon so was wie eine nette Tradition, dass ich gefühlt eigentlich fast jedes Jahr einmal nach München komme und in der Kombination aus Petra Kelly-Stiftung, danke Frau Thiedemann und Amerika Haus.

00:00:28: mich mit Ihnen über Amerika unterhalten darf und sozusagen auch im Gespräch mit Ihnen meine eigenen Auffassungen erproben und diskutieren.

00:00:38: Es ist diesmal nicht so einfach.

00:00:39: Ich kann Ihnen eigentlich nicht so richtig sagen, wenn ich das mal vorausschicken darf, wer der nächste Präsident wird.

00:00:45: Ich könnte Ihnen jetzt sehr lange erzählen, was gegen alle diese Kandidatinnen und Kandidaten spricht, dass sie es werden.

00:00:51: Aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit.

00:00:52: Und der eigentliche Anlass, warum ich heute Abend eingeladen worden bin, waren zwei Dinge, nämlich erstens dieses Phänomen Donald Trump.

00:01:00: Wie kann das eigentlich überhaupt sein, dass der Typ sich soweit hochkommt und sich so lange an der Spitze der Umfragen bei den Republikanern hält?

00:01:08: Und natürlich auch immer die Frage Geld spielt in amerikanischen Wahlkämpfen eine Rolle, die man sich in Deutschland gar nicht vorstellen kann.

00:01:16: Von den Summen her jedenfalls, die uns ja nahezu pervers vorkommen.

00:01:20: Wir reden jetzt davon, dass das nächste Wahljahr möglicherweise bis zu fünf Milliarden Dollar kosten wird.

00:01:27: Und nun mal eine Vergleichszahl.

00:01:28: Eine größere deutsche Volkspartei hat für eine komplette Bundestagswahl, ein Wahlkampf etat von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, von etwa, Bevor ich dahin komme, möchte ich aber wie jedes Mal Sie erst mal ein bisschen bildlich mitnehmen in dieses Wahljahr und mit Ihnen mal kurz durchgehen, wie so ein Wahljahr eigentlich läuft und was die entscheidenden Faktoren sind, die entscheidenden Etappen.

00:02:06: wie das dann eben so alles vor sich geht und auf was sich zu achten lohnt und auf was es sich möglicherweise gar nicht so sehr zu achten lohnt.

00:02:12: Das ist das weiße Haus als Objekt der Begierde.

00:02:15: Wie Sie an der Blüte sehen können, ist das im Frühjahr aufgenommen worden.

00:02:19: Und da sind die Obamas im Moment noch drin.

00:02:21: Und da wollen eine ganze Menge andere Leute rein.

00:02:23: Unter anderem diese Dame, die inzwischen auch nicht mehr so jugendlich aussieht wie auf dem Foto, das die Petra Killigstiftung freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

00:02:32: Hillary Clinton wird eben auch schon Jahre alt sein, falls die Präsidentin wird zu diesem Zeitpunkt und damit eher zu den älteren Jahrgängen auch in der amerikanischen Präsidentschaftsgeschichte hören.

00:02:46: Dieser Herr bewegt uns im Moment alle oder verwundert uns alle und da werden wir mal schauen, was aus der Sache wird.

00:02:54: Ich hatte vielleicht zur Erinnerung, Donald Scham spielt ja nicht zum ersten Mal eine große Rolle in Vorwahlkampf.

00:03:00: Das hat er auch vor vier Jahren getan.

00:03:02: Er war auch vor vier Jahren über mehrere Wochen an der Spitze der Umfragen.

00:03:07: Nur hat er dann sich entschieden, nicht offiziell zu kandidieren, was nämlich zu Voraussetzungen gehabt hätte, dass er verschiedene Aufgaben, die er im amerikanischen Unterhaltungsgeschäft hat, abgibt.

00:03:15: Unter anderem seine Fernsehsendung hätte er dafür abgeben müssen.

00:03:18: Das wollte er damals nicht.

00:03:21: Und er hat sich aber auch eben zwei Tausend zwölf über mehrere Wochen an der Spitze der Umfragen gehalten.

00:03:25: Und hätten wir uns im vergangenen Sommer getroffen, hätte ich wahrscheinlich gesagt, na das dauert ein paar Monate und vor dem Jahreswechsel ist sozusagen, sind die Donald Trump Festspiele vorbei.

00:03:35: Das würde ich heute nicht mehr so sagen, aber ich wäre sehr erstaunt, wenn wir über ihn noch im nächsten Mai oder Juni reden würden.

00:03:42: Aber mal schauen.

00:03:43: Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und man kann sich deswegen auch in solchen Vorhersagen irren.

00:03:49: Ja, Jack Bush, der ist im Moment also... Faltet sich ein bisschen zusammen, der ist noch nicht erledigt, aber jedenfalls ist er gehört, er garantiert nicht mehr zu den Favoriten.

00:03:59: Und dieser Herr Chris Christie, der etwas übergewichtige Gouverneur von New Jersey, das ist eine Comeback-Geschichte, der war ja auch schon mal abgeschrieben wegen der verschiedenen Skandale um Brücken, Bauten und Verkehrsprobleme und jetzt ist er vielleicht doch noch mal im Kommen.

00:04:16: Das erste, was man wissen muss, Amerika ist ein zutiefst gespaltenes Land.

00:04:20: Das hat aber eine Wahlgeografie.

00:04:24: Es gibt sozusagen blaue und rote Staaten.

00:04:27: Blau ist die Farbe der Demokraten, rot ist die Farbe der Republikaner, also auch die Farbwahl ist anders als wir das aus Deutschland kennen.

00:04:33: In Deutschland ist ja rot eher mit Links verbunden, in Amerika ist rot rechts die Republikaner.

00:04:40: Relativ verlässlich wählen die beiden Küstenstreifen allerdings nicht der komplette Küstenstreifen an der Ostküste, sondern der nördliche Streifen der Ostküste und die gesamte Westküste wählt verlässlich demokratisch.

00:04:53: Und dass die dünner besiedelten Agrarstaaten im Landesinneren wählen zum Großteil verlässlich republikanisch.

00:05:02: Und dann gibt es eben eine Zahl von etwa zehn bis zwölf sogenannten Purple States.

00:05:06: Die beiden sind blau und rot und die entscheiden letzten Endes den Wahlausgang.

00:05:11: Und dazu gehört zum Beispiel Ohio und Florida und neuerdings Colorado.

00:05:16: Auch New Hampshire ist ein solcher Staat.

00:05:18: Aber früher konnte man immer sagen, der Präsidentschaftskandidat, dem es gelingt, Ohio und Florida auf seiner Seite zu holen, der gewinnt die Wahl.

00:05:27: so strukturiert, so festzementiert, dass man von vielen dieser Bundesstaaten, von an die vierzig der fünfzig Bundesstaaten kann man vorher sagen, wie dort die Wahl ausgeht.

00:05:37: und daher der Winna Techs et All, der dann alle Wahlmänner dieses Staates bekommt, ist das dann die Grundlage?

00:05:43: in der Regel eine bessere Grundlage für die Demokraten als für die Republikaner.

00:05:48: Ja, Amerika hat ein etwas anderes Wahlsystem, nicht?

00:05:51: Und man kann sich da lange drüber unterhalten, wo eigentlich die Bürger Beteiligung größer ist in Deutschland oder in Amerika.

00:05:58: Was die reine Hauptwahl betrifft, ist klar, in Deutschland gehen mehr Leute zu einer Bundestagswahl als in Amerika zu einer Präsidentschaftswahl.

00:06:04: Eine gute Wahlbeteiligung in Amerika sind fifty-fünfzig Prozent.

00:06:07: In Deutschland, ja Gott sei Dank, immer noch deutlich über seventy Prozent, nicht mehr über achtzig, wie früher, als ich groß wurde, aber immerhin noch deutlich über seventy Prozent.

00:06:14: Allerdings bei der Auswahl des politischen Personals.

00:06:17: Wer überhaupt sich zur Wahl stellen darf, ist Amerika basisdemokratischer als Deutschland.

00:06:22: Die Amerikaner stimmen bereits darüber ab, wer überhaupt kandidieren soll.

00:06:25: Das sind die sogenannten Vorwahlen.

00:06:26: In allen fünfzig Bundesstaaten werden, wird darüber abgestimmt, in jeder Partei getrennt, wer der Spitzenkandidat der Partei werden soll.

00:06:35: Und an solchen Vorwahlen, je nach Wahlsystem beteiligen, also je nach Staat und dessen Wahlsystem, beteiligen sich bis zu twenty-fünf Prozent der Einwohner, also in New Hampshire, das ist immer der zweite Bundesstaat, dort ist ein Primary-System, dort gehen etwa twenty-fünf Prozent.

00:06:50: In Iowa, dem ersten Bundesstaat gibt es ein Korkus-System.

00:06:52: Ich muss Ihnen das jetzt nicht alles im Einzelnen erklären, nur es sind ein bisschen unterschiedliche Vorgänge dieser Kandidatenauswahl und dort gehen in der Regel zwölf bis fünfzehn Prozent beteiligt sich an der Wahl.

00:07:01: Das hört sich erst mal wenig an, ist aber im Vergleich zu Deutschland sehr, sehr viel.

00:07:05: Wie viele beteiligen sich in Deutschland an der Auswahl eines Kanzlerkandidaten?

00:07:09: Im besten Fall, wenn es eine Urwahl gibt in einer Partei und die gibt es nicht in allen Parteien.

00:07:14: Also im besten Fall beteiligen sich alle Parteimitglieder in einer größeren Volkspartei, sind das an die Fünfhunderttausend, bezogen auf zweiundachtzig Millionen, zweimal Fünfhunderttausend, sind es im Promillebereich, nicht mal im richtigen Prozentbereich.

00:07:27: Und insofern in der Vorwahl, also in der Kandidatenauswahl Amerika hat da eine größere Bürgerbeteiligung, was die wirkliche Wahl dann betrifft, ist das dann in Deutschland die Partizipation höher.

00:07:39: Hier haben Sie so einen Bild von der Iowa State Fair, also das ist ein Landwirtschaftsmesser, da gehen die Kandidaten immer Show laufen.

00:07:46: Also Iowa, dieser Farmstaaten im mittleren Westen ist immer der Staat, der als Erster diese Vorwahl abhält.

00:07:50: In den Präsidentschaftswahljahren, in denen ich in Amerika lebte, im Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr Anfang Januar bei Eis und Schnee und dann ging es nach New Hampshire und der Dritte ist dann immer South Carolina aus den Südstaaten und Nevada und erst danach dürfen die weiteren Staaten sich ihre Termine aussuchen.

00:08:11: und wer halt früh gewinnt, der hofft damit eine Eigendynamik zu entfachen.

00:08:14: Das gilt vor allem für die Leute, die nicht von vornherein die Kandidaten des Establishments, die Favoriten sind.

00:08:20: Also jemand wie Busch, der muss nicht in In Iowa an New Hampshire gewinnen, der hat so viel Backing von seiner Partei, so viele Leute haben ihn endorsed und da ist auch genügend Geld im Hintergrund, dass der sich das leisten kann, bei frühen Vorwahlen schlecht abzuschneiden.

00:08:34: Aber jemand, der nicht sehr viel Geld im Hintergrund hat und noch nicht sehr viele Endorsements hat, Wenn der in frühen Vorwahlen gewinnt, dann kann sich daraus eine Eigendynamik entwickeln, weil über den dann die Medien berichten und dann wird er auf einmal interessant und dann kriegt er Spenden.

00:08:50: und dann kann daraus aus jemandem, der sozusagen von der Papierform nicht zu den Begünstigten gehörte, kann daraus eine Eigendynamik entwickeln und sich damit an die Spitze einer Bewegung setzen und dann möglicherweise die durchtragen bis zu den Parteikongressen, die immer im Sommer stattfinden.

00:09:04: In der Regel so Ende August, Anfang September sind immer die beiden großen Conventions der Demokraten und der Republikaner und da wird dann tatsächlich der Kandidat endgültig festgelegt.

00:09:16: Weiß man natürlich vorher, weil bei diesen Vorwahlen werden delegierten Stimmen vergeben und diese delegierten kommen dann, je nachdem, also wie diese Vorwahlen ausgegangen sind, kommen dann zusammen und eigentlich ist es dann nur noch eine Intronisation.

00:09:28: Das ist aber eine jüngere Entwicklung der amerikanischen Geschichte.

00:09:31: Also vor fünfzig Jahren ungefähr, da waren das alles immer noch Background Deals bei den Conventions, wer wen bestach und wo man sich da absprach und welche Koalition man bildete.

00:09:41: Da haben die Vorwahlen noch nicht die entscheidende Rolle gespielt, aber in den jüngeren Jahrzehnten der amerikanischen Geschichte ist das so etwas wie ein imperatives Mandat.

00:09:48: Also Sie sehen hier, Iowa State Fair, da sind die Kandidaten dann, Show laufen und da muss man dann auch was essen und da können Sie gleich sehen, da muss ordentlich was dran sein, das ist also eine Truthankäule hier und weil da ja so wenig dran ist, muss die auch noch ein Butter getunkt werden, damit da genügend Kalorien dran sind.

00:10:02: Also man kann sich an so einer Portion schon ziemlich abarbeiten, wenn man nicht die XXL-Formate mancher amerikanischen Bürger hat.

00:10:11: Gleichzeitig ist das aber eine, also für uns deutsche Korrespondenten doch ziemlich bewundernswerte Mobilisierung von Bürgern.

00:10:20: Die amerikanischen Parteien sind ja nicht so durchorganisiert und haben nicht die Apparate, die deutsche Parteien haben.

00:10:26: Das sind im Prinzip Wahlvereine, die sich alle vier Jahre wieder neu bilden, neu zusammenfinden, um den Wahlkampf und die Organisation die Unterstützung für den Kandidaten zu organisieren.

00:10:36: Sie spielen natürlich auch bei den Parlamentswahlen, den Kongresswahlen, die alle zwei Jahre stattfinden, eine Rolle.

00:10:42: Aber sie haben nicht die Art von Durchschlagskraft auf die Kandidatenauswahl, wie wir das aus Deutschland kennen.

00:10:50: Und deswegen ist eben Mobilisierung ein ganz, ganz wichtiger Teil eines amerikanischen Wahljahres.

00:10:54: Hier sehen Sie dann lauter Jugendliche, also Schüler und Studenten, die dann an den Wahlkämpfen teilnehmen, sich für Kandidaten engagieren und hier dann zum Beispiel eben dann Plakate malen und von Haustür zu Haustür gehen, das sogenannte Can-Wessing und da Prospekte verteilen.

00:11:13: Amerika hat halt dieses System, das man zeigen muss, dass man eine politische Unterstützung organisieren kann.

00:11:19: Also es reicht eben einfach nicht zu sagen, die Partei will mich und da bin ich wichtig und die haben mich aufgestellt, sondern letzten Endes müssen sie zeigen, dass sie jemand sind, der Leute hinter sich versammeln kann, Leute von seiner Agenda, seinem Plan überzeugen kann.

00:11:34: Das ist das allerwichtigste und das wird nachher auch der wichtigste, ist eigentlich eine der wichtigsten Funktionen für das Geld im Wahlkampf.

00:11:40: Also aus amerikanischer Sicht ist eben auch das Spenden-Sammeln ein Akt, der belegt, ob man Unterstützung hat oder nicht.

00:11:48: Das ist wichtig, deswegen zeige ich die Bilder auch.

00:11:50: Es wird als Mobilisierungsakt gesehen, auch das Spenden sammeln und eben das Unterstützer hinter sich versammeln.

00:11:57: Und Sie haben sich ja gehört, eines der Probleme der Wahlkampffinanzierung sind die sogenannten PACs, also Political Action Committees oder neuerdings die Super PACs.

00:12:06: Und das hier ist zum Beispiel ein Blick in Obamas Wahlkampfzentrale in Iowa und das schreibt dann extra da an die Wand, not paid for by PACs, Washington Lobbyists oder outside five, two, sieben Groups.

00:12:16: die fünf zu sieben, das sind bestimmte Verweise auf Chapter Kapitel des Steuergesetzbuches, unter denen dann bestimmte Spenden steuerfrei sind, was dann natürlich es attraktiv macht, für die Geber sich auf solche Instrumente zu stürzen und die zu benutzen.

00:12:33: Also sowohl, dass man Superpicks braucht, dass sie einen unterstützen, aber auch, dass man sich gleichzeitig von ihnen distanziert und dass man eigentlich sagt, es ist positiv, nicht über solche Gruppen organisiert zu unterstützen zu werden.

00:12:44: Das ist eben auch gehört alles dazu im Amerikanischen im amerikanischen Wahlkampf.

00:12:48: Ja, Familie ist natürlich wichtig.

00:12:50: Da sehen Sie Barack Obama, in einem Café-Haus.

00:12:53: Da kommen nur so am Anfang, wenn man nicht so bekannt ist, da kommen da irgendwie achtzig Leute und hören sich den Kandidaten mal an.

00:12:58: Und der Kandidat stellt sich selbstverständlich mit seiner Familie vor, nicht nur als Einzelkämpfer, Michelle und die beiden Kinder, die dann natürlich auch noch sieben Jahre jünger waren, als sie heute sind, Sascha und Malia.

00:13:12: Malia, die Ältere und Sascha, die Jüngere.

00:13:15: Und genau dasselbe hat Romney, zw.

00:13:16: zw.

00:13:17: gemacht, der hat auch immer seine ganze Familie angeschleppt, nicht?

00:13:19: Vier Söhne und die haben dann auch alle wieder blonde Ehefrauen und entsprechende Enkelsche.

00:13:25: Ich glaube, ich habe dann mal elf Enkel auf der Bühne gesehen und der kommt natürlich auch nicht sozusagen im Bankeransuch mit Romney, also der kommt da nicht im Nadelstreifen, obwohl er Investmentbanker ist und mit Investmentbanking.

00:13:38: dreistellige Millionenbeträge verdient hat, sondern der kommt dann in Jeans und in Polova.

00:13:41: Ich bin ein Typ wie du und ich, also ein Bürger aus der Mitte des Volkes, der damit seiner Familie und Vertrauen wirbt.

00:13:47: Das alles gehört zu amerikanischen Wahlkämpfen dazu.

00:13:50: Und in Iowa traf ich damals eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es eben auch relativ früh, im Jahr war es.

00:14:06: Wir haben zu diesen Besonderheiten, dass dieses Land ganz anders funktioniert.

00:14:10: Sie wissen, dass ja auch alle das Problem mit den Waffengesetzen und der Waffenkontrolle.

00:14:14: Und dann sehen Sie eben hier, das ist in South Carolina vor einer Kandidatendebatte.

00:14:20: Da ist dann der Metalldetektor und da werden die Bürger darüber informiert.

00:14:23: Nein, man simt seine Waffe nicht mit hinein.

00:14:25: Die muss man vorher abgeben.

00:14:27: Weapons are absolutely restricted here, not allowed.

00:14:30: Und auch Dinge, die werden Sie in Deutschland eben nicht sehen, solche Dinge.

00:14:36: Worauf achtet man?

00:14:37: Ich zeige Ihnen jetzt mal zwei Bilder von Conventions und achten Sie mal drauf, was da für Publikum ist.

00:14:42: Also was würden Sie schätzen?

00:14:43: Welche Partei ist das hier, die wir hier sehen?

00:14:46: Republikaner.

00:14:48: Genau, nicht nur weil es Texas ist und die Texas Hüte und die alle so ähnlich gekleidet sind, sondern achten Sie einfach mal auf die wie viel der Anteil der Männer ist, wie viel der Anteil der Frauen und was ungefähr das Alter der Leute ist, die dort sind und wie diverse, also in wie weit erkennbar nicht weiße Amerikaner unter den Delegierten bei so einer Convention sind.

00:15:10: Und natürlich sind das auch Fotos, die ich ausgesucht habe, die das etwas klarer machen.

00:15:15: Es ist nicht nur Texas, natürlich auch Ohio und Pennsylvania.

00:15:18: Also Sie sehen doch eine ganze Menge ältere Männer und im Zweifelfall da noch ein paar plundierte Frauen darunter, ältere Jahrgänge.

00:15:28: Und das hier ist jetzt, das sind die Demokraten bei ihrer Convention und Sie sehen sofort, dass das einfach jünger und diverser ist.

00:15:35: Sie haben da Schwarze darunter, Sie haben Hispanics darunter und es ist halt das Durchschnittsalter einfach Jünger, hier bei der Auflösung, ich weiß nicht, wie gut Sie das hier sehen können, aber es ist einfach wesentlich bunter, es ist eine demokratische Wahlveranstaltung als eine republikanische.

00:15:56: Ja, da bin ich wieder bei den Blue States und Red States, also Sie haben eben sehr unterschiedliche Anhängerschaft von der Welche Gruppen der Gesellschaft sich für welche der beiden Parteien besonders interessieren.

00:16:08: und über die Wahlgeografie hatte ich ja eingangs schon mal gesprochen.

00:16:11: Und das wird sich halt durch das ganze Jahr durchziehen.

00:16:15: Ja, jetzt etwas spezieller zu der Rolle des Geldes im US-Wahlkampf.

00:16:18: Ich habe Ihnen ja vorhin schon das mit der Deutschen Volkspartei und den etwa twenty-fünf Millionen Euro Wahletat für eine gesamte Bundestagswahl.

00:16:25: Da geht es ja immerhin um sechshundert Sitze oder jedenfalls dreihundert Wahlkreise.

00:16:29: Und ich weiß nicht, wie man das sagen soll.

00:16:32: Obama mit seinen siebenhundertfünfzig Millionen Dollar Spenden hat zwei tausend acht einen neuen Rekord gesetzt und das war nur die Präsidentschaftswahl, nicht das war ohne Abgeordnetenhaus und Senatswahlkampf, der immer parallel zur Präsidentenwahl stattfindet.

00:16:44: Zwei tausend zwölf war auf jeder der beiden Parteisaiten eine gute Milliarde Dollar im Einsatz und zwei tausend sechzehn wird erwartet eine nochmalige Verdoppelung, dass das dann zusammen mit den Senats- und Kongresswahlen insgesamt für beide Seiten fünf Milliarden Dollar im Einsatz sind.

00:17:01: Das sind unvorstellbare Summen.

00:17:03: Es sind ja größere Summen als kleinere Nachbarstaaten der USA insgesamt als Staatsbudget zur Verfügung haben.

00:17:09: Einerseits.

00:17:10: Auf der anderen Seite, wenn Sie es mal andersrum betrachten, Amerika hat dreihundertfünfzehn, dreihundertachzehn Millionen Einwohner, siebenhundertfünfzig Millionen Dollar.

00:17:18: Spenden sind drei Dollar pro Bürger im Schnitt.

00:17:23: Ist das so wahnsinnig viel?

00:17:24: drei Dollar pro Bürger, sollte uns das nicht die Auswahl des politischen Personals wert sein, sind die twenty-fünf Millionen in Deutschland so wahnsinnig viel, das sind dreißig Cent pro Bürger in der Bundesrepublik.

00:17:37: Also ist das wirklich so pervers, wie uns die reinen Summen vorkommen, wenn man sich einfach mal das in Relation setzt, was das an Ausgabe pro Bürger bedeutet.

00:17:45: Amerika ist eben auch ein sehr bevölkerungsreiches Land und die Bundesrepublik mit ihren zweiundachtzig Millionen ist eben in Europa auch ziemlich groß und hat es gemessen am GDP, sind das jetzt nicht, also im Bruttosozialprodukt, sind das jetzt nicht so irrsinnig große Summen.

00:18:00: Sie kommen uns so groß vor, weil wir eigentlich daran gewöhnt sind, dass Politik ein möglichst Geld- und Freierbereich sein sollte.

00:18:08: Das ist unsere Vorstellung von Unabhängigkeit.

00:18:10: Und das ist in Amerika etwas anders.

00:18:14: Ich werde danach noch dazu kommen.

00:18:17: Das Zweite, es ist... Aus meiner Sicht und meiner Erfahrung in den acht Jahren USA nicht so, dass sie sich in Amerika politischer Ämter kaufen können, also dass sich sozusagen die Spenden oder die Finanzkraft direkt umsetzt.

00:18:32: Wenn es genug Geld gibt, dann wird der Kandidat auch gewählt.

00:18:34: Also sie können nicht automatisch Geldsummen in den Erfolg bei einer Wahl umsetzen.

00:18:40: Und zweitens bedeutet, dass die Geldspenden auch nicht automatisch, dass der Kandidat dann ihre Wünsche erhört oder umsetzt.

00:18:47: Natürlich gibt es sicher Einflüsse, das will ich gar nicht bestreiten und leugnen.

00:18:52: Es funktioniert nicht nur nicht so direkt, wie man sich das manchmal, wenn man so in Deutschland darüber reden hört, wie man sich das dann vorstellt.

00:19:00: Und es gibt auch relativ strenge Vorschriften, strengere als in Deutschland, was erlaubt und was nicht erlaubt ist.

00:19:07: Also erst mal gibt es eine individuelle Wahlkampfspendenbegrenzung.

00:19:12: Jeder Bürger darf maximal zweitausendfünfhundert Dollar an einen Kandidaten spenden und das zweimal, zweitausendfünfhundert Dollar in der Vorwahlphase und zweitausendfünfhundert Dollar in der Hauptwahlphase.

00:19:24: Und das ist schon wichtig, das zu unterscheiden, denn natürlich machen es manchmal Kandidaten so, wenn ihnen Geld mangelt, dass sie schon in der Vorwahlphase das Geld für die Hauptwahl angreifen, wenn sie halt nicht genügend Spenden sonst haben.

00:19:35: Auch Hillary Clinton hat das gegen Barack Obama gemacht.

00:19:38: Sie musste das Geld aber alles wieder zurückzahlen, weil sie ja nie die Hauptwahlphase erreicht hat.

00:19:42: Das wird in Amerika schon sehr, sehr genau geschaut und das sind öffentliche Daten.

00:19:46: Also Sie können in Amerika nachschauen, wie viel Geld ihr Nachbar für welche Partei gespendet hat.

00:19:50: Das sind öffentliche Daten und alle großen Medien sitzen da dran und überprüfen diese Wahlkampf-Spenden-Auskünfte mit den offiziellen Daten.

00:20:01: Und wenn da jemand beim Mogeln erwischt wird, dann ist das vermutlich das Ende der Wahlkampf-Karriere.

00:20:06: Nur sind zweitausendfünfhundert Dollar pro Person noch nicht so wahnsinnig wichtig.

00:20:11: können sich zwar nicht viele Leute leisten, zweimal zweitausendfünfhundert Dollar zu spenden, aber es ist nicht so, dass sie sich vorstellen, wenn sie einem Kandidaten zweitausendfünfhundert Dollar spenden, dass sie dann bei dem auf dem Show sitzen und der Alters tut, was sie von ihm erwarten.

00:20:25: Aber dann gibt es die sogenannten Bandler.

00:20:28: Einer der zweitausendfünfhundert Dollar spendet ist nicht besonders einflussreich.

00:20:31: Aber stellen Sie sich vor, Sie sind ein Rechtsanwalt oder ein Pharmazievertreter.

00:20:35: Und Sie machen dem Kandidaten klar, dass dadurch, dass sie tausend andere Rechtsanwälte angesprochen haben, er nicht einmal fünftausend Dollar, sondern tausend mal fünftausend Dollar bekommen hat, dann könnte es schon sein, dass sie mal eine Audienz bei ihm bekommen.

00:20:47: Das nennt man das Wandeln, also dass man eben mehrere Individuen zusammenbringt und auch klar macht, dass man derjenige war, der eine solche Lawine von Spenden ausgelöst hat.

00:20:58: Und dann gibt es eben über die Packs und die Super Packs, über die ich schon gesprochen habe.

00:21:02: Und das ist aus meiner Sicht eine sehr ungute Entwicklung.

00:21:04: Und auch die meisten Amerikaner finden es eine ungute Entwicklung.

00:21:08: diese Political Action Committees und besonders diese Superpacks inzwischen eine so große Rolle spielen.

00:21:14: Allerdings würde, und das ist seit Jahrzehnten seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs und der Fall hieß Citizens United gegen die Federal Election Commission.

00:21:24: Davor war das alles begrenzter und damals ist der Deckel geliftet worden.

00:21:27: Sie dürfen also unbegrenzt für Political Action Committees spenden.

00:21:31: Allerdings gibt es auch da wieder Grenzen, was sie dürfen und was sie nicht dürfen.

00:21:35: Ein Political Action-Komitee darf zwar unbegrenzt Gelder eintreiben, darf sich aber nicht mit der Kampagne eines Kandidaten verbinden.

00:21:41: Weder personell, die dürfen nicht mehr Informationsaustausch machen, sondern im Prinzip, was ein Political Action-Komitee machen darf, ist Geld für die Werbung für eine bestimmte politische Aussage zu... Herr Weizow, also das Geld einzusammeln und dafür auszugeben.

00:21:56: Also zum Beispiel, ich bin dafür, dass es keine Begrenzung von Genfood gibt oder sowas.

00:22:00: Dafür könnten Sie Millionen oder wenn Sie es schaffen auch Milliarden sammeln und das immer wieder plakatieren.

00:22:05: Und das gibt dann keine Begrenzung.

00:22:06: oder Sie könnten sagen.

00:22:08: Ölkonzerne sollen nicht höher besteuert werden oder was auch immer.

00:22:11: Und natürlich können Sie sich denken, je nach dem Charakter dieser Aussage, mit welcher Kampagne das am ersten überein stimmt, aber es darf eben keine personelle Absprache und keine inhaltliche Absprache zwischen Action-Committees und den Wahlkämpfen individuellen Wahlkampforganisationen geben.

00:22:28: Ich würde sagen, die Die Konsequenzen, die von dieser Entscheidung des Gerichts erwartet worden sind oder befürchtet worden sind, haben sich letzten Endes nicht bewahrheitet.

00:22:38: Es ist nicht so gewesen, dass in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es in den Jahren, dass es.

00:22:55: Es sind halt unterschiedliche Branchen, die auf den beiden Seiten erstens mal spenden.

00:22:59: Also Barack Obama hat viel Geld von Internetkompanien bekommen, also Google und Facebook und so weiter.

00:23:05: Und mit Romney hat halt mehr von Banken und von Ölindustrie bekommen.

00:23:09: Und unterm Strich ist es eine riesige Geldverschwendungsmaschine, weil sich das gegenseitig aufhebt.

00:23:14: Und die amerikanischen Bürger sind ja nur auch nicht blöd.

00:23:16: Die sitzen nicht den ganzen Tag vom Fernseher und warten nur darauf, wie sie von Superpacks berieselt werden, um das dann in politische Aktionen umzusetzen.

00:23:23: Aus meiner Sicht sehr viel Geldverschwendung dabei.

00:23:26: Es gibt dann natürlich auch diese Superfinanciers wie die Kochbrasers oder Kochbrasers, wie nachdem wir das aussprechen wollen.

00:23:32: Kochbrasers, die haben also ein gigantisches Industrieunternehmen in verschiedenen Branchen und sind natürlich sehr, sehr daran interessiert, dass zum Beispiel Umweltschutzvorschriften, Arbeitsplatzvorschriften nicht verschärft werden, weil das ihre ökonomische Basis direkt beeinflusst.

00:23:47: Wir haben jemand wie Sheldon Adelson, das ist jemand, der mit dem Casino-Geschäft in Las Vegas sehr, sehr reich geworden ist und andere.

00:23:55: Und die finanzieren eben auch solche Superpack-Kampagnen in der Hoffnung damit auch einen größeren Einfluss auf die generelle politische Entwicklung zu haben.

00:24:04: Es ist umstritten, wie weit das tatsächlich Auswirkungen hat.

00:24:08: Alle haben natürlich immer Angst, wenn der Gegner mehr Geld für sowas zur Verfügung hat als man selber, dass es dann doch ein negativer Auswirkung hat und Nachteil ist.

00:24:14: Aber unterm Strich ist es sehr schwer zu sagen, dass das wirklich Wahlen entscheidet.

00:24:20: Warum hat denn der Supreme Court das entschieden und warum ist das überhaupt möglich, dass Geld so eine Rolle spielt?

00:24:25: Ja, da haben Sie eben wieder diese ganz andere amerikanische Auffassung von Free Speech, also die Meinungsfreiheit.

00:24:31: ist ja auch bei uns grundgesetzlich beschützt in Amerika auch.

00:24:34: Sie wird in Amerika nur wesentlich weitergehen, interpretiert.

00:24:37: Wir denken bei Meinungsfreiheit vor allem daran, dass sie mit ihrem Mund, oder auch im Schrift, per Schrift und Mund, dass sie ihre Meinungen äußern können.

00:24:46: Und der amerikanische Supreme Court vertritt die Auffassung, dass sie auch, indem sie die Geldürse öffnen.

00:24:51: Letzten Endes, dass ein Mittel ist, wie sie ihre Meinungen äußern.

00:24:54: welche politischen Botschaften sie unterstützen oder nicht.

00:24:57: Also das politische Spenden, das Spenden für Kandidaten, aber auch das Spenden für Political Action Committees ist laut Supreme Court-Orter als Teil der Meinungsfreiheit geschützt.

00:25:08: Es ist für uns ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke, dass man sozusagen auch mit dem Person, mit dem Portemonnaie Meinungsfreiheit ausübt, aber das ist der Hintergrund.

00:25:16: Und was mir noch wichtiger ist, eigentlich ist diese Funktion der Mobilisierung.

00:25:21: Nicht, dass man letzten Endes nach außen zeigen muss, meine Botschaft ist so überzeugend.

00:25:25: Ich bin als Person so überzeugend, dass Leute sich hinter mir versammeln und meine Sache unterstützen.

00:25:31: Und das ist die eigentliche politische Funktion von dieser ganzen Spendenbereitschaft und der Spendenumsetzung.

00:25:39: Nun könnte man sagen, naja, so ein Millionär oder Milliardär wie Donald Trump, der hat das ja gar nicht nötig.

00:25:45: Der hat ja einen Privatvermögen, nun kann man lange drüber streiten, ob es drei Milliarden sind oder fünf Milliarden oder wie viel auch immer und Donald Trump übertreibt.

00:25:53: Natürlich, wenn er selber darüber auskommt, gibt es Betrechtlich, das gehört sozusagen zum Teil seiner Volklore, dass er auch da sich als bedeutender und reicher und erfolgreicher darstellt, als er tatsächlich ist.

00:26:02: Aber interessanterweise, es haben schon oft in Amerika Leute, die es nicht nötig haben, sich Geld durch Spenden sammeln zu holen für die Finanzierung des Wahlkampers, sind angetreten und sie verlieren regelmäßig.

00:26:13: Wie kommt das?

00:26:14: Dass Leute, die aus ihrer Privatvermögen den Wahlkampf finanzieren können, keinen Erfolg haben.

00:26:18: Genau wegen der fehlenden Mobilisierung.

00:26:21: Letzten Endes ist es ein Test ihrer Durchsetzungskraft, ihrer Überzeugungskraft, ob sie Menschen zum Spenden bringen.

00:26:27: Und Menschen, die dann auch Geld gespendet haben, die sind ja auch wesentlich motivierter, tatsächlich zur Wahl zu gehen und ihre Stimme abzugeben.

00:26:35: Sie haben eine Anteil an dieser Kampagne gekauft.

00:26:40: Sie haben sie zu ihrer eigenen Sache gemacht.

00:26:43: Und deswegen ist dieser Mobilisierungseffekt wahnsinnig wichtig.

00:26:47: Millionäre, die das nicht tun, die sich sozusagen dieser öffentlichen Auseinandersetzung um das Geld und Unterstützung nicht stellen, haben dann letzten Endes auch politisch keinen großen Erfolg.

00:26:58: Diese Mobilisierung durch Spenden ist wirklich sehr wichtig, ganz abgesehen davon, dass ich dennoch der Meinung bin, dass Geld eine perverse Rolle im amerikanischen Wahlkampf spielt.

00:27:07: Es ist interessant zu schauen, welche Rolle Kleinspenden spielen bei den verschiedenen Kandidaten.

00:27:12: In Barack Obama's z.T.

00:27:14: Wahlkampf haben Kleinspenden unter Zweihundert Dollar, die sind übrigens auch nicht registrierungspflichtig.

00:27:19: Also alles, was über Zweihundert Dollar ist, das muss in die Registrierung gehen und das erscheint dann eben in den offiziellen Daten und das können Sie nachschauen, wie viel ihr Nachbar oder wer auch immer gespendet hat.

00:27:28: Kleinspenden unter Zweihundert Dollar sind nicht registrierungspflichtig und Barack Obama hatte, es hat Individuellen Wahlkampfspenden waren solche Kleinspenden.

00:27:40: Und heute ist das genauso, z.B.

00:27:42: für Bernie Sanders.

00:27:42: Das ist ja sozusagen der Konkurrent von Hillary Clinton in der demokratischen Partei, wenn auch mit großem Abstand.

00:27:48: Bei dem sind achtundachtzig Prozent des Geldes, das er bekommt für den Wahlkampf Kleinspenden.

00:27:52: Bei Carson, dem Mediziner, der im Moment anstelle zwei bei den Republikanern rangiert, sind es seventy-vier Prozent.

00:27:59: Und bei Donald Trump, dem Milliardär, zweiundsebzig Prozent des Geldes, das er für bekommt, sind Kleinspenden und nicht Großspenden.

00:28:06: Dagegen sind bei solchen Kandidaten wie... Hillary Clinton und Jeff Bush, die machen viel mehr dieses übliche Fundraising.

00:28:13: Das heißt, die demokratische Organisation eines oder republikanische, eines bestimmten Wahlkreises, lädt zum Fundraising-Dinner ein und dann liegt auf jedem Essensplatz, wo dann auch ein Dinner serviert wird, während der Kandidat über sein Programm spricht, liegt dann praktisch der Check über USD.

00:28:29: Wenn Sie USD spenden, die maximale Contribution, dann haben Sie damit einen Platz am Ess-Tisch, wenn der Kandidat in Ihren Wahlkreis kommt und dann haben Sie eventuell die Gelegenheit für ein Handshake und einmal schnell was zu sagen oder auch ein Foto mit ihm zu machen.

00:28:42: Und bei solchen Establishment-Kandidaten wie Hillary Clinton und Jeff Bush ist das der größere Anteil des Spendeneinsammelns, jedenfalls in der jetzigen Wahlkampfphase.

00:28:52: Und insofern hat dieses Kleinspenden-Sammeln ja eigentlich etwas Zutiefes Demokratisches.

00:28:57: Sie gehen gegen die reicheren Leute, die sich leisten können.

00:29:00: Es gibt ein Gegenmittel, es gibt eine Alternative dazu, Kandidaten zu finanzieren, als das klassische System, das es über Fundraising mit diesen zwei Tausend Fünfhundert-Dollar-Checks läuft.

00:29:10: Unterm Strich, die Rolle des Geldes, ist meiner Meinung nach pervers, aber sie ist nicht wahr.

00:29:14: entscheidend, weil sich das auch ein bisschen ausgleicht, jedenfalls in diesem zwei Parteien-System.

00:29:19: Sicher sind Kandidaten, die Britt, Sie sozusagen eine dritte politische Kraft repräsentieren wollen, die sind benachteiligt, aber die sind sowieso in einem Staat, wo es einfach zur sich etabliert hat, dass es im Wesentlichen zwei Parteien sind.

00:29:33: und sie haben als Partei, als Kandidat einer dritten Richtung haben sie sowieso keine Chance, die Präsidentschaft zu gewinnen.

00:29:40: Da müsste sich sehr viel in Amerika verändern, damit sich das auch ändern würde.

00:29:45: Ja, was ist denn nur der Ausblick?

00:29:47: Also das stand ja in der Unterzeile.

00:29:50: Wer regiert die USA nach Barack Obama?

00:29:53: Wer wird im November die Präsidentschaftswahl gewinnen?

00:29:59: Ich halte das im Moment für eine völlig offene Frage.

00:30:06: Und es würde mir wesentlich leichter fallen, bei allen Kandidaten, über die wir im Moment reden, Ihnen zu begründen, was dagegen spricht, dass die diese Präsidentschaftswahl gewinnen.

00:30:15: Aber irgendjemand von denen muss es ja am Ende trotzdem werden.

00:30:17: Und warum ist es so offen?

00:30:21: Ich beginne jetzt erstmal hier mit diesen Stichworten und dann sage ich noch kurz was zu den Kandidaten.

00:30:26: Die Demografie generell begünzt sich die Demokraten.

00:30:29: Der Anteil der Wähler, die generell typischerweise demokratisch wählen, also die jüngeren, also jünger, weiblicher, diverser, nicht?

00:30:40: Dass dieser Anteil in der Bevölkerung nimmt die ganze Zeit zu.

00:30:44: Während der Anteil der typisch republikanisch wählt, also älter, männlich weiß, nimmt prozentual in der Bevölkerung ab.

00:30:50: Und damit ist von der reinen Dynamik, von der demografischen Dynamik her, sind bei nationalen Wahlen die Demokraten im Vorteil.

00:30:58: Und jedes Jahr ein bisschen mehr im Vorteil, zumindest bis zu dem Augenblick, wo die Republikaner sich endlich mal dazu durchregen können, ein überzeugendes Angebot an die Latinos zu machen.

00:31:08: Denn die Latinos sind, das ist so ähnlich, sage ich immer, wie mit den Türken in Deutschland, nicht?

00:31:12: Also... Migranten aus solchen Gesellschaften, egal ob Latinos, die aus Südamerika kommen, Lateinamerika kommen, nicht nur Südamerika natürlich, sondern Mexiko, Mittelamerika und Südamerika kommen.

00:31:23: Wie auch meinetwegen türkische Migranten in Deutschland, sind von ihren ganzen Einstellungen zu kulturellen Fragen, Familie, Religion, Werte eher konservativ.

00:31:33: Und wenn sie nicht mehr in ihrer Heimat sind, sondern in der Fremde sind, auch wenn sie sich danach und nach integrieren, zeigt einfach die politische und sociologische Forschung, dass man dann nicht progressiver wird.

00:31:46: Sondern wenn man seine Heimat schon verlassen hat, dann hält man zumindest an den Grundwerten, die man mitgebracht hat, in der Regel fest.

00:31:53: Also eigentlich sind sowohl Türken in Deutschland wie Latino-Einwanderer in den USA, sind von ihrer generellen Lebenseinstellung eher konservative Leute.

00:32:03: Aber das kommt dann nicht zum Tragen, wenn Sie das Gefühl haben, dass das politische Angebot, das mit Konservativ verbunden ist, signaler aussendet, dass das ist, die Leute nicht haben will.

00:32:13: Also die Republikaner eben ständig mit ihrer Rhetorik, dass man einen Zaun gegen Lateinamerika bauen müsse und dass die ganzen Illegalen zurückgebracht werden müssen.

00:32:23: oder halt die Türken, wenn sie das Gefühl haben, die CDU ist dagegen, dass die Türkei der EU beitritt und bei den Sozialdemokraten oder den Grünen hören sie eher, dass das offen sein sollte, dann verändert man eben sein Wahlverhalten.

00:32:35: Und wenn die Republikaner einen Weg finden würden, ein attraktives Angebot, ein glaubwürdiges und attraktives Angebot an die Latinos zu machen, dann könnte sich das, was ich als die demografische Dynamik beschrieben habe, dann könnte sich das wieder verändern und nicht mehr im selben Maße wie heute die Demokraten begünstigen.

00:32:54: Das gilt aber nur für nationale Wahlen, jedenfalls in dem Sinne, dass da Staat für Staat ausgezählt wird, dann sind die Demokraten leicht im Vorteil.

00:33:03: Bei der parallelen Kongresswahl sind die Republikaner eher im Vorteil.

00:33:06: Wie kommt das?

00:33:07: Das ist ja auch eine nationale Wahl, weil die Wahlkreiseinteilung eben ist, wie sie ist.

00:33:11: In Amerika werden alle zehn Jahre haben wir Volkszählungen und danach darf in jedem Staat die Partei, die dort die Mehrheit hat, die Wahlkreise zurechtschneiden nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung.

00:33:21: Denn je nachdem, wenn Sie zum Beispiel ungleiche demografische Entwicklung in einem Staat haben, was weiß ich, der Norden von Texas entvölkert sich immer mehr und der Osten und Süden wird immer bevölkerungsreicher, dann müssen sie ja auch die Wahlkreise verändern, damit in jedem Wahlkreis ungefähr gleich viel Menschen wohnen.

00:33:36: Und in Amerika gibt es halt dieses gerrymandering, dass sie die regierende Partei kann halt die Wahlkreise so zurechtschneiden, dass das für sie politisch günstig ist.

00:33:45: Und sie versuchen dann eben in möglichst ihre Gegner, ihre politischen Gegner in möglichst wenigen Wahlkreisen die Mehrheit zu geben und dort dann eine hohe Mehrheit nicht.

00:33:55: Und dafür versucht man die republikanischen Wähler so zu verteilen, dass man an möglichst vielen Wahlkreisen knapp oberhalb der Hälfte ist und so einen möglichst guten Effekt hat.

00:34:04: Und diese Wahlkreis-Zurechtschneidung, die sorgt eben dafür, dass bei Kongresswahlen die Republikaner im Moment im Vorteil sind.

00:34:10: Das kann sich wieder ändern mit der nächsten Volkszählung, je nachdem wir dann immer gerade in der Regierung ist.

00:34:14: Aber für den Moment ist das jedenfalls festgeschrieben, dass die Republikaner bei der Kongresswahl einen kleinen Vorteil haben, genauso wie die Demokraten umgekehrt bei der Präsidentschaftswahl demografisch im Moment ein bisschen im Vorteil sind.

00:34:30: Ja, was passiert denn jetzt mit den einzelnen Kandidaten?

00:34:33: Darüber würde ich gerne noch kurz sprechen.

00:34:36: Ich kann mir schwer vorstellen, das bei den Republikanern anzufangen, dass Donald Trump, der im Moment die Umfragen anführt, dass der über die nächsten Monate, über die ersten Monate der Vorwahlen noch länger eine herausragende Rolle spielen wird.

00:34:51: Es ist einfach ein Unterschied, ob sie sozusagen zu einem Zeitpunkt wie dem Sommer vor einem Wahljahr oder jetzt auch noch dem Herbst eines Wahljahres.

00:35:02: Der Meinung sind emotionale Sympathiekundgebungen in den umfragenden Rolle spielen oder ob sie tatsächlich in der Wahlkabine vorstehen und die Entscheidungen zu treffen haben.

00:35:12: Oh mein Gott, jetzt muss ich ja wirklich abstimmen.

00:35:14: Der Typ am Ende im weißen Haus will ich das wirklich.

00:35:17: Im Moment ist bei den Republikanern so eine Stimmung, also das ganze politische System ist schlecht und acht Jahre Obama ist eine ganz große Katastrophe.

00:35:25: und alle, die das zugelassen haben und nicht mehr Opposition gemacht haben aus unserer eigenen Partei, die sind sowieso alle Versager.

00:35:31: Und das ist so eine rebellische Stimmung, nicht?

00:35:33: Und jeder der dieser rebellischen Stimmung gegen Washington, gegen Obama, gegen das ganze politische System am meisten Ausdruck gibt, der hat sozusagen zurzeit einen psychologischen Vorteil.

00:35:43: Und niemand macht das besser als Donald Trump in diesem Sommer.

00:35:48: Und gerade umso unverschämter er sich äußert, auch umso zum Teil rassistisch oder wie auch immer er sich äußert, das verfängt in der Phase, wo sozusagen die reine emotionale Empathie für diese Art der Ausdrucksweisen noch da ist.

00:36:06: Ich glaube, dass sich das sehr schnell ändern wird, sobald die republikanischen Wähler in den Vorwahlen tatsächlich über Personen abzustimmen haben.

00:36:13: Im Moment führt Trump auch in Iowa noch.

00:36:16: Und ja, das ist erstaunlich und schwer auszuhalten.

00:36:20: Aber die ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire sind auch erst Anfang Februar.

00:36:24: Das heißt, das ist noch immer zweieinhalb Monate weg von uns.

00:36:28: Und insofern, na gut, vielleicht werde ich eines besseren belehrt.

00:36:32: Vielleicht hat sich Amerika und die republikanischen Partei doch stärker verändert, als ich das im Moment noch wahrhaben möchte.

00:36:36: Aber ich würde doch nach wie vor davon ausgehen.

00:36:42: dass Donald Trump nicht der Kandidat der Republikaner wird und Ben Carson eben so wenig.

00:36:50: Bei den Demokraten scheint die Situation irgendwie einfacher und klarer zu sein.

00:36:56: Und man denkt dann, na Gott, immerhin die haben nicht diese schwierigen Ausscheidungen, dass sie da totale Spinner haben, die gegen Hillary Clinton und Bernie Sanders und meinetwegen noch O'Malley oder so, den Gouverneur von Maryland antreten.

00:37:09: Das ist ja eine überschaubare Situation, da wird auch nicht so viel Blödsinn geredet, ist doch sicher ein Vorteil für die Demokraten.

00:37:15: Das ist leider nicht so.

00:37:18: Der große, was uns im Moment wie ein Vorteil für die Demokraten aussieht, wird in der Dynamik eines amerikanischen Wahlkreises eines Wahlkampfjahres wird.

00:37:28: Über den Verlauf dieses Jahres hat auch viele Schatten- und Nachteilseiten.

00:37:33: Denn auch die Vorwahlen haben eine wichtige Funktion, was die Mobilisierung und die Ansprache betrifft.

00:37:39: In den Vorwahlen kämpfen ja letzten Endes die Kandidaten einer Partei gegeneinander, wer nun der Spitzenkandidat dieser Partei wird.

00:37:45: Und dabei werden bereits Angriffsszenarien getestet oder persönliche Vorhaltungen getestet, die auch der politische Gegner nachher in der Hauptwahl vorbringen könnte.

00:37:55: Das heißt, die Vorwahlen haben die Funktion, dass man sich mal anschaut, wo sind denn die Angriffs oder die Verwundbarkeiten eines Kandidaten, die werden bereits von den eigenen Leuten, die auch gerne lieber Kandidat werden wollen, getestet und dann sieht man, wie die Kandidatin oder der Kandidat sich dagegen verteidigt.

00:38:11: Und das ist, das ist die eine wichtige Funktion.

00:38:14: Und die andere wichtige Funktion eines Vorwahlkampfs ist, dass sie ihre eigene Basis mobilisieren.

00:38:20: Es muss spannend sein, damit die Leute sagen, wow, ist ja toll, was wir dafür Kandidaten auf die Beine stellen und was für gute Leute wir da haben und wie die sich bekämpfen.

00:38:28: Das macht einem richtig Lust, sich dann auch selber zu engagieren.

00:38:32: Ich konnte in den letzten Jahren sehen, wie das funktionierte.

00:38:34: In den letzten Jahren hatten die Demokraten durch die Vorwahlen enorm psychologischen Vorteil.

00:38:39: Das war nicht allein sozusagen, man war Bushlight und wollte weg von dem, sondern die Demokraten waren einfach die Partei, wo die Musik spielte.

00:38:46: Der erste schwarze Kandidat, die erste weibliche Kandidate mit guten Aussichten, dazu noch John Edwards mit diesen merkwürdigen Friseurbesuchen, die vierhundert Dollar kosteten, der aber auch ganz tapfer redete als Verbraucheranwalt, der hat ja sehr viel Geld damit verdient, dass er solche Class Actions gemacht hat und er später kam raus, die ganzen Geschichten mit dem unehrlichen Kind und seiner Frau, die Krebs hatte.

00:39:03: Aber jedenfalls der Wahlkampf bei den Demokraten im ersten Viertel- und Halbjahr, war so spannend, dass die Republikaner im Prinzip in den Medien nicht genauso vorkam.

00:39:15: Die Republikaner, das waren diese merkwürdigen Leute, die hatten auch irgendwie zehn Kandidaten und die haben allen irgendwie einen Unsinn erzählt und so weiter.

00:39:22: Es war einfach nicht spannend.

00:39:23: Und die Amerikaner nennen das Itzaxi-Oxygen auch.

00:39:26: Also die Demokraten hatten kostenlos die gesamte Aufmerksamkeit der Medien und die Republikaner hatten Schwierigkeiten.

00:39:33: Und das wird sich spiegelbildlich nur andersherum, zwei tausendsechzehn wiederholen.

00:39:38: Spannend ist es bei den Republikanern.

00:39:41: nicht möglicherweise, nicht unbedingt auf eine Art und Weise spannend, die wir sympathisch finden, aber jedenfalls dort findet eine echte Ausscheidung statt.

00:39:48: Da ist Spannung drin.

00:39:48: Das sind unerwartete Dinge.

00:39:50: Bei Demokraten ist alles klar.

00:39:52: Hillary Clinton, wenn ich noch eine Anklage komme gegen sie wegen der E-Mail-Affären, ist Hillary Clinton die Kandidatin.

00:39:58: Und das ist ja nur keine Kandidatin, die besonders dadurch überzeugt, dass sie neugierig auf sich macht, weil die Wähler noch gar nicht wissen, wer das ist.

00:40:05: Ein unbeschriebenes Blatt, eine Biografie, die man erst mal kennenlernen möchte.

00:40:10: Alle Leute in Amerika haben eine Meinung zu den Clinton.

00:40:12: Entweder eine positive oder eine negative.

00:40:14: Aber Hillary Clinton hat keinen Überraschungseffekt.

00:40:17: Sie hat keinen ernsthaften Gegenspieler.

00:40:19: Und sie hat eben auch nicht die Chance, die Öffentlichkeit von sich zu überraschen.

00:40:26: Und sie hat es erstens durch ihre Person nicht und sie hat es aber auch durch die Konstellation nicht, weil es keine ernsthaften Herausforderer bei ihr gibt.

00:40:33: Und das ist... Auf den ersten Blick denkt man, naja, die ist unangefochten, das klingt wie ein Vorteil, aber in der Psychologie eines amerikanischen Wahljahres kann das leicht zu einem Nachteil werden.

00:40:43: Insofern ist das gar nicht so sicher, also letzten Endes habe ich Ihnen geschildert, warum von der reinen demografischen Dynamik die Demokraten im Vorteil sind und die Wahl gewinnen müssten.

00:40:51: und Sie haben aber eben auch Nachteile für die Demokraten, die das ausgleichen können, das werden wir noch sehen.

00:40:57: Und man darf eben auch nicht unterschätzen, diese E-Mail-Affäre, die Öffentlichkeit ist es Leid.

00:41:01: Ich glaube, Bernie Sanders hat das ganz richtig beschrieben, wir sind damit durch, das interessiert uns nicht mehr, das interessiert das Volk nicht.

00:41:08: Aber da sind wirklich schwerwiegende Fehler passiert, die auch juristische Konsequenzen noch haben können.

00:41:14: Nicht haben müssen, aber haben können.

00:41:19: Die Republikaner, die Chancen sehen, Hillary Clinton sozusagen über rechtliche Vorgänge durch Strafanzeigen abzuschießen, dann werden sie diese Chancen nutzen und dann werden wir sehen, wie das ausgeht.

00:41:31: Ganz egal, aber wer die Präsidentschaftskandidaten werden und wer dann am Ende Präsidentin oder Präsident-Wert, einen Fehler von dem Jahr, sollten wir nicht wiederholen.

00:41:44: uns mit diesen Leuten so zu identifizieren, dass in unserer Vorstellung diese Leute gewählt werden, um europäische oder deutsche Politikvorstellungen umzusetzen.

00:41:52: Am Ende sind das amerikanische Bürger, die in Amerika groß geworden sind mit einem amerikanischen Wertesystem, mit einem amerikanischen Blick auf die Welt und sie werden amerikanische Politik durchsetzen.

00:42:03: Und zumindest der sehr frühe Nobelpreis für Barack Obama sollte uns gelehrt haben, dass solche Auszeichnungen nicht unbedingt eine politische Hilfe sind und auch nicht unbedingt als eine Auszeichnung in Amerika in politisch wahrgenommen werden, sondern wie ein Bestechungsversuch den Führer der amerikanischen Nation von amerikanischer Politik abzubringen und ihn sozusagen so umschmeicheln, als würde er dann sozusagen eher norwegische Weltpolitik machen.

00:42:30: Das hat Barack Obama damals nicht genutzt.

00:42:33: Selbst wenn Hillary Clinton, ich nehme mal an hier, die meisten im Raum werden hier nicht besondere politische Sympathien für Donald Trump oder Carsten haben, oder, bei Bush weiß ich es nicht, aber auch wenn Hillary Clinton Präsidentin wird, glauben sie mir, sie wird amerikanische Politik machen.

00:42:50: und auch mit der, ob es die Terrorgefahr ist, ob es der Umgang mit Banken ist, ob es Was auch immer ist, Energiepolitik, sie wird das alles aus einer amerikanischen Perspektive heraus betreiben.

00:43:05: und insofern, wir werden auch in einem Jahr dann eine amerikanische Präsidentin und einen amerikanischen Präsidenten.

00:43:13: Ja, hier schließe ich mal, zum Schluss kommt wieder die Wahlkarte, das war ja so ein kleiner roter Faden durch meinen Vortrag.

00:43:18: und nun bin ich sehr gespannt auf die Diskussion, freue mich auf die Diskussion mit Ihnen und hoffe, dass Sie mich ein bisschen herausfordern und Sie merken, ich komme hier nicht mit derselben Überzeugung und Sicherheit wie in dem Jahr, dass ich meinen Gast oder meine Vorstellung hatte, wer das wahrscheinlich machen wird.

00:43:34: Diesmal ist die Situation auch aus meiner Sicht wesentlich offener und sie ist schwieriger zu lesen und es sind da eine ganze Menge Faktoren im Spiel, die sich nicht so leicht emotional und rational einordnen lassen, dass sich daraus vorhersehbare Dynamiken ergeben.

00:43:51: Ja, dann auf eine schöne Diskussion.

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