Dr. Jens Althoff - Frankreich nach den Wahlen (2017)

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00:00:00: Ja, da werde ich dann gleich noch mal drauf eingehen.

00:00:02: Das stimmt nach der Wahl ist vor der Wahl.

00:00:04: Und erstmal herzlichen Dank für die Einladung auch in diesem wunderbaren Ort und hier nach München, wo ich immer sehr gerne herkomme.

00:00:12: Und ich muss sagen, ich finde eigentlich, dass der Saal gut gefüllt ist dafür, dass Marine Le Penitz gewonnen hat.

00:00:19: Ich hatte gedacht, da auch noch der Sieg in dem Fall so.

00:00:23: so eindeutig war, dass dann das Interesse vielleicht doch schnell zurückgeht.

00:00:27: Aber es freut mich sehr, dass das nicht so ist, weil zum einen du hast das gesagt, nach der Wahl ist vor der Wahl zum anderen.

00:00:34: Da würde ich dich jetzt auch ein bisschen darauf eingehen, kann man sagen, Europa ist gerade nochmal mit einem blauen Auge wirklich davon gekommen.

00:00:42: Und es ist nicht so, dass man sich jetzt zurücklehnen kann und sagen kann, naja, er wurde jetzt mit sixty-fünf Prozent gewählt.

00:00:50: Das ist ja eine klare Geschichte.

00:00:52: Und damit ist die Sache erst mal abgehakt.

00:00:54: Ganz und gar nicht.

00:00:55: Und da möchte ich jetzt auch

00:00:56: ein bisschen

00:00:57: darauf eingehen.

00:00:59: Also, das haben sie ja alle verfolgt, dass in meinem Macron jetzt zum achten Präsidenten der Fünften Republik gewählt wurde, der Jüngste, der je Präsident geworden ist in der Fünften Republik.

00:01:15: Wer auch so jung war, war Napoleon Bonaparte.

00:01:18: Aber seitdem gab es eigentlich kaum einen

00:01:20: mehr.

00:01:21: Was nicht ganz zufällig zum Teil ist, weil manchmal hat man den Eindruck, dass Macron auch ein bisschen so diese Haltung

00:01:28: von Bonaparte

00:01:29: möglicherweise auch ab und zu studiert hat.

00:01:33: Was sehr beeindruckend war, das haben Sie bestimmt auch gesehen, da haben wir auch die deutschen Medien darüber berichtet, dass Macron auch gleich am Wahlabend ein sehr starkes Bekenntnis abgegeben hat zu Europa.

00:01:46: Er hat erst vor die Presse getreten, kurz ganz ganz ernst in seinem Wahlkampfkort hier und anschließend hat er sich es kortieren lassen zum Louvre und im Innenhof des Louvre.

00:01:58: Da war dann die Feier von seinen Anhängern, die dort organisiert war.

00:02:03: Es hieß, es wird korportiert.

00:02:04: Er wollte eigentlich auf dem Champ de Mars direkt vom Eiffelturm feiern.

00:02:08: Aber die Bürgermeisterin von Paris an Italgo, eine Sozialistin, wollte das nicht, weil ein Italgo in Paris sich gerade für die Ulumpischen Spiele bewerben.

00:02:17: Und da sollte das entsprechende Inspektionsteam kommen und sie wollte nicht, dass da alles verwüstet ist vor dem Eiffelturm.

00:02:23: Also durfte er nicht feiern vom Eiffelturm, sondern im Innenhof des Louvre.

00:02:27: Und da waren dann seine Anhänger.

00:02:30: und was das Besondere war, er ist dann, also war jetzt aus deutscher Sicht sehr pathetisch, aber in Frankreich gehört das gerade auch oft dazu zum

00:02:40: Präsidenten,

00:02:41: er ist dann also dahin marschiert zu dieser Bühne durch den Innenhof des Louvre und das immerhin zu den Klängen der Europahymne.

00:02:51: Das ist wirklich

00:02:51: schon ein ganz klares und bedeutsames Zeichen war.

00:02:54: Deswegen habe ich auch dieses Bild, das war dann auch noch die Berichterstattung sehr davon geprägt, auch noch am nächsten Morgen.

00:03:01: Das ist ja BFMTV, das ist der führende Nachrichtensender.

00:03:05: Das ist auch kurz als kleine Nebenbemerkung.

00:03:07: Das sehr faszinierend.

00:03:07: in Frankreich gibt es allein sechs Nachrichtensender, die rund um die Uhr über Politik berichten.

00:03:13: In Deutschland gibt es keinen einzigen,

00:03:15: der das wirklich tut.

00:03:17: Ja, NTV oder andere haben ja immer Dokumentation und sonstiges lange Strecken.

00:03:20: Hier gibt es sechs Nachtensender, die den ganzen Tag richtig aktuell über Politikberichten, Talkshows machen und

00:03:26: sonstiges.

00:03:27: Marine Le Pen ist sehr klar

00:03:29: geschlagen.

00:03:29: Das

00:03:30: war ein sehr, sehr wichtiges Zeichen.

00:03:32: Wie ist es dazu gekommen jetzt zu dieser Wahl

00:03:35: und auch

00:03:36: doch zu diesem klaren Wahlsieg von Emmanuel Macron?

00:03:44: die erste Frage und die zweite Frage, was heißt das jetzt?

00:03:47: Und wie geht es weiter?

00:03:48: Das sind eigentlich die zwei Dinge, die ich doch ein bisschen mit Ihnen heute Abend noch mal klären und besprechen wollte.

00:03:58: Und dazu muss man auch noch einmal zurückgehen vor zwei Wochen.

00:04:03: Zweiundhalb Wochen sind das jetzt ja schon, war der erste Wahlgang, der sehr wichtig war auch in Frankreich, war der erste Wahlgang.

00:04:11: Das ist ja, haben Sie ja auch verfolgt, Präsidentschaftswahl in zwei Wahlgängen.

00:04:14: Das heißt,

00:04:15: Die,

00:04:16: die jeweils der erste Wahlgang am XXIII.

00:04:19: April und das war ja, das müssen wir sich einfach auch nochmal kurz vergegenwärtigen.

00:04:24: Ein bisschen absurd zum Teil.

00:04:26: Also dieser Wahlkampf hatte sehr viele Besonderheiten.

00:04:28: Das war ein Wahlkampf wie noch nie.

00:04:31: Aber er war auch insofern zum Teil etwas absurd, weil in den Umfragen eigentlich, in nahezu allen Umfragen seit einem Jahr klar war Marine Le Pen würde in den zweiten Durchgang kommen.

00:04:42: Und das war insofern etwas absurd, weil der ganze Kampf dann stattgefunden hat, quasi um Platz zwei, dachte man.

00:04:49: Also um die Frage, wer kommt mit Marine Le Pen in die zweite Runde und hat dann auch große Chancen zu gewinnen.

00:04:57: Und was immerhin schon ein gutes Zeichen war, ein klares Zeichen war, dass Marine Le Pen deutlich unter dem lag, was lange Zeit eher prognostiziert wurde.

00:05:07: Sie lag zwischendurch bei Umfragen bei sieben und zwanzig, achtundzwanzig Prozent.

00:05:10: Sie hat dann nur ein zwanzig, sieben bekommen.

00:05:13: Im ersten Durchgang schon und Macron lag mit dreinzwanzig, sieben Prozent doch relativ klar

00:05:18: vor ihr.

00:05:19: Etwas anderes sah es dann

00:05:20: direkt dahinter aus.

00:05:22: Es gab tatsächlich vier Kandidaten, die ganz nah beieinander lagen.

00:05:26: Das gab es auch noch nie.

00:05:28: in der fünften Republik in französischen Wahlen, dass es vier Kandidaten gibt, die so nah beieinander liegen, dass man wirklich bis kurz vorher nicht wusste,

00:05:36: wer, also es waren

00:05:37: dadurch letztlich sechs Kombinationen denkbar für die zweite Runde.

00:05:42: Sechs Kombinationen wären denkbar gewesen und man sieht auch, wie knapp das trotzdem

00:05:45: ist.

00:05:46: Also Marine Le Pen bei einundzwanzig und ganz knapp hinter ihr, François Fillon, das war auch noch vom Wahlabend, der hatte noch ein bisschen mehr nachher zwanzig.

00:05:54: Prozent und Mélenchon bei Neunzehn Komma Neun.

00:05:57: Also wirklich ganz, ganz knapp, dass der konservative Kandidat François Fillon oder der Kandidat früher der Linkspartei.

00:06:04: Jetzt

00:06:04: hat er eine neue Bewegung gegründet, das widerspenstige oder unbeugsamme Frankreich kann man in unterschiedlicher Form übersetzen und hier leider in dem Fall sehr weit abgeschlagen deutlich Benoit Hamon.

00:06:18: Das war der Kandidat der Sozialisten.

00:06:21: Und der Grünen, die Grünen haben ihren eigenen Präsidentschaftskandidaten zurückgezogen für Benoamung und er ist mit einem komplett grünen Programm in den Wahlkampf gezogen, aber daran lag es nicht.

00:06:32: Da werde ich auch noch was

00:06:33: gleich

00:06:34: dazu sagen, in dem

00:06:35: Fall.

00:06:37: Hier, hier hat man tatsächlich dann das Endergebnis, da sieht man auch noch mal wie knapp.

00:06:40: Wobei es auch also Grünen haben gesagt, ein bisschen zynisch zu sagen, Grünen haben gesagt, mit einem grünen Programm hätten sie es noch nie geschafft in Frankreich auf sechs Prozent zu kommen.

00:06:49: Also so.

00:06:50: So könnte man das auch zwar nicht, aber es war ein bisschen zynisch.

00:06:54: Also hier sieht man noch mal, wie knapp die Entscheidung war.

00:06:56: Es gab ja insgesamt elf Kandidaten und Kandidaten an die Datinnen.

00:07:01: Und hier hat man die Ergebnisse von allen elf.

00:07:04: Wie kommen elf zustande?

00:07:07: Also bitte sagen Sie immer, wenn ich irgendwas

00:07:09: sage, wo

00:07:10: Sie sagen, das wissen wir eh schon

00:07:11: alles.

00:07:11: Da

00:07:13: machen sich bemerkbar, aber wie kommt die F-Zustande?

00:07:15: Es ist tatsächlich ein relativ aufwendiges Verfahren.

00:07:17: Man braucht fünfhundert Unterschriften von Amts- und Funktionsträgern ab Bürgermeister.

00:07:22: Also Bürgermeister und es gibt in Frankreich etwa thirty-sechtausend Gemeinden.

00:07:28: Also man hat da so eine durchaus Zahl von Möglichkeiten.

00:07:31: Bürgermeister und dann

00:07:33: Regionalräte,

00:07:34: also

00:07:34: wie bei

00:07:35: uns Landtagsabgeordnete, die haben aber

00:07:36: eine weniger

00:07:37: deuten Stellung, Regionalräte, dann natürlich Abgeordnete, Senatoren, Europa-Abgeordnete.

00:07:43: Die unter denen braucht man fünfhundert Unterschriften.

00:07:46: Früher waren die geheim, jetzt neu musste man veröffentlichen oder wurde veröffentlicht, wer wen unterstützt hat.

00:07:52: Das heißt, man kann auch genau nachvollziehen welche fünfhundert.

00:07:55: zum Beispiel Marine Le Pen.

00:07:57: Zum oft kriegen die ja auch noch mehr als fünfhundert.

00:07:59: Also das sind dann die elf, wobei hier wirklich Kandidaten dabei sind.

00:08:03: Trotz Kisten zum Beispiel andere, die auch gesagt haben sofort raus aus Europa und das Programm von Marine Le Pen sei also viel zu moderat.

00:08:11: Also das haben sie auf beiden Seiten.

00:08:13: Haben sie hier wirklich alles.

00:08:14: Aber die Favoriten, vor allem die vier am Ende, die ganz nah beieinander lagen.

00:08:20: Jean-Luc Mélenchon.

00:08:22: von dem unbeugsamen Frankreich, Francois Fillon, von den konservativen Republikanern, Marine Le Pen und Emmanuel Macron parteilos bzw.

00:08:32: hat erst vor einem Jahr eine eigene Bewegung

00:08:35: gegründet.

00:08:36: Wäre ich auch noch mal drauf zurückkommen.

00:08:40: Man sieht hier auch noch mal, was.

00:08:41: das

00:08:42: ist jetzt ein bisschen klein, das stört aber nicht, weil sie müssen sich jetzt das nicht im einzelnen anschauen.

00:08:47: Ich wollte eigentlich nur auf zwei Dinge hin.

00:08:50: Erstens sieht man, wie nah Hier, die dann beieinander liegen, wobei Macron ganz klar dann doch als Favorit, auch lange galt auf den letzten Metern.

00:09:00: Was aber ein sehr wichtiger Punkt ist, diese zwei Kandidaten Benoît Amon, von den Sozialisten und hier Jean-Luc Mélenchon, vom unbeugsamen Frankreich.

00:09:13: Dieser Benoît Amon wurde ja eine Urwalder-Sozialisten ausgewählt und war eigentlich derjenige, der zu den sogenannten Frondeurs gehört hat.

00:09:21: Frau Dürr waren die, die gegen die Regierungspolitik der Sozialisten wirklich sich aufgestellt hat in den letzten Jahren, das heißt Francois Hollande und sein Premierminister, weil es eben nicht unterstützt hatten.

00:09:32: Und ausgerechnet der hat dann die Urwahl gewonnen, der Linken, und hatte deswegen schon eine unglaublich schwierige strategische Ausgangslage, weil er einerseits Erneuerung und Aufbruch versprochen hat, mit auch einem ganz grünen Programm.

00:09:45: Andererseits war er der Kandidat der Partei der noch an der Regierung war und das ungeliebte Regierungserbe eines François Hollande repräsentiert hat.

00:09:54: Aber durch diese Urwahl hatte eine große Dynamik bekommen am Anfang.

00:09:58: Deswegen wollte ich es hier zeigen.

00:10:00: Und lag hier deutlich

00:10:03: zum Teil bei achtzehn Prozent, während dieser Jean-Luc Mélenchon nur bei zehn Prozent lag.

00:10:08: Und dann sieht man hier, plötzlich gibt es eine Entwicklung, wo die Kurve von dem Jean-Luc Mélenchon nach oben geht, die Kurve von dem Benoît Amon.

00:10:18: geht nach unten.

00:10:19: Was ist hier passiert?

00:10:21: Deswegen wollte ich zeigen, wie wichtig solche Dinge sind.

00:10:23: Am zwanzigsten März war das die erste TV-Duell damals noch mit fünf Favoriten.

00:10:30: Und anschließend gab es noch ein TV-Duell mit allen elf, aber vor allem diese fünf, da war Jean-Luc Mélenchon wirklich der Sieger.

00:10:37: Das heißt, wir haben eine TV-Debatte, die hier das Ganze im linken Flügel komplett geändert hat und so eine Dynamik ausgelöst hat, da kamen da noch andere Dinge dazu, dass er auch einen sehr, sehr guten Wahlkampf gemacht hat im Netz.

00:10:52: Und andere Elemente, aber das war wirklich der Ausgangspunkt.

00:10:55: Und dann, gut, das kennen wir ja auch in Deutschland, dann wird natürlich drüber berichtet in den Medien, dass die Umfragen steigen, dass er eine Dynamik hat.

00:11:05: Dadurch

00:11:05: steigen komischerweise

00:11:06: wieder die Umfragen, ganz da und gute Berichte gibt, dass die Umfragen bei ihm steigen und das entwickelt natürlich eine entsprechende, richtig gute Spirale.

00:11:14: Von dieser Spirale hat

00:11:15: er dann auch

00:11:16: entsprechend profitiert.

00:11:19: Ja, zu den Wahlkampfstrategien.

00:11:21: Auch da war Jean-Luc Mélenchon insofern interessant.

00:11:25: Wobei, die haben sich auch viel abgeschaut, hatte eine junge Kommunikationschefin, die hat sich viel abgeschaut von Bernie Sanders in den USA.

00:11:34: Und es ist aber trotzdem für mich immer noch faszinierend, wie ein Mann, der fünfundsechzig Jahre alt ist, der schon der jüngste Senator Frankreichs war, der früher trotz Kiest war, der Minister war in sozialistischen Regierungen, der dann eben die Sozialisten verlassen hat.

00:11:49: Auch ein enger Freund von Lafontaine, um dann die Linkspartei zu gründen, wie dieser Mann mit sixty-fünf und einem entsprechenden Wahlkampf es schafft, jung und cool

00:11:58: zu wirken.

00:12:00: Das ist schon bemerkenswert.

00:12:01: das und wie das auch mit dem Wahlkampf gelingt.

00:12:04: Muss man sich wirklich anschauen.

00:12:05: Ich habe mir selbst, ich war ja auch etwas im Land unterwegs, habe mir selbst auch eine Veranstaltung angeschaut von ihm in Dijon.

00:12:11: Vier Tage vor der Wahl.

00:12:13: Und da stand der Abends in die Genau auf der Bühne und wurde gleichzeitig in sechs andere Städte per Hologramm übertragen.

00:12:20: Und die Leute haben sich das Hologramm auf der Bühne angeguckt in sechs

00:12:24: Städten,

00:12:25: womit der insgesamt thirty-sechtausend Menschen dann versammelt hat.

00:12:28: Und da sind alle hingeströmt.

00:12:30: Und ich habe lange überlegt, aber ich dachte, na ja, ich will dann doch dahin, wo man in den Fleisch und Blut sehen kann, also mit dem Hologramm.

00:12:36: Aber viele andere haben das offenbar sehr angezogen.

00:12:41: Ich war sehr beeindruckt, wie

00:12:41: viele junge Leute

00:12:42: da waren

00:12:44: und tatsächlich ihn jung und cool fanden.

00:12:46: Wir haben das geschafft, zum einen durch diese TV-Debatten.

00:12:51: Das ist ja etwas, was man oft in Deutschland im Bundestagswahlkämpfen übrigens auch oft gesehen hat, dass auf den letzten Metern die Linkspartei oft an den Grünen vorbeigezogen ist, wenn Gregor Giese in allen Talkshows

00:13:01: aufgetaucht

00:13:01: ist.

00:13:02: Das war oft ein Effekt.

00:13:04: Also hier, er hat das sehr genutzt, aber eben auch durch wirklich Erstaunlichen Wahlkampf in den sozialen Medien.

00:13:13: Hier haben Unterstützer zum Beispiel, haben ein Videospiel entwickelt.

00:13:17: Fiscal Combat, das lohnt sich, das mal anzuschauen, einfach als Methode auch in Wahlkampf, wie man andere Leute ansprechen kann.

00:13:23: Und bei diesem Fiscal Combat sieht man hier Jean-Luc Mélenchon und der schüttelt die ganze Zeit irgendwelche reichen Leute oder Vertreter und schüttelt ihnen das Geld aus der Tasche.

00:13:32: Also zum

00:13:33: Beispiel EWF-Chefin Christine Lagarde

00:13:35: oder auch Macron und andere werden geschüttelt.

00:13:39: Also die, die quasi für aus seiner Sicht Finanz, Oligarchie und sonstige stehen, werden kräftig durchgeschüttelt und so kann man dann viele Punkte machen.

00:13:48: Und das ist natürlich auch entsprechend gut angekommen.

00:13:50: Außerdem hatte er einen eigenen YouTube-Channel, wo er sich immer an seinen Unterstützer gewandt hat und noch viele andere Geschichten.

00:14:00: So,

00:14:00: das dazu.

00:14:02: Sonst die Wahlkampfstrategien Macron.

00:14:05: Ja, ich meine Macron ist durchaus ein Phänomen.

00:14:09: Er hat am sechsten April, zwei tausendsechzehn seine Bewegung auch Marsch gegründet, also vor gerade mal einem Jahr und hat damit ein so wie ein Start-up das mit sehr professionellen Politikmarketing

00:14:23: aufgebaut und hat.

00:14:25: immerhin

00:14:26: heißt es jetzt etwa zweihundertdreißig tausend Unterstützer.

00:14:30: Die Zahl ist nicht ganz

00:14:31: sicher,

00:14:32: sagen wir mal um die zweihunderttausend, das ist natürlich Angaben von der Bewegung selbst auch.

00:14:37: Aber immerhin, was heißt Unterstützer?

00:14:39: Man muss einfach anklicken im Netz, muss auch nicht zahlen und sonstiges, keine großen Aufnahmenträger oder sonstiges machen, sondern ist dann einfach sofort Unterstützer.

00:14:48: Aber es war auch festzustellen, dass sehr viele doch für ihn auf die Straße gegangen sind, für ihn Wahlkampf gemacht haben und dass auch die Veranstaltungen immer immer besser besucht

00:14:56: waren.

00:14:57: Von ihm das das eine, das andere Jean-Luc Mélenchon bin ich schon drauf eingegangen.

00:15:03: Benoit Amon.

00:15:04: der sozialistische Kandidat, der dann auch Kandidat der Grünen war in Frankreich, der war wirklich in der strategischen Sackgasse zwischen Neuaufbruch, da fehlt das H, Neuaufbruch und Regierungserbe und war auch damit konfrontiert, dass dann große Teile der Sozialisten gesagt haben, sie unterstützen nicht ihn, sondern sie gehen zum Macron, hatte auch immer Negativschlagzeilen, also war wirklich in der Sackgasse und dann hat er aber auch noch einen sehr biederen Wahlkampf gemacht und war vor allem auch nicht sehr gut in den beiden Fernseh.

00:15:34: Da kann man sich natürlich auch darüber streiten, wie kann es sein, dass zwei,

00:15:37: oder das sind ja nicht Duelle, sondern Debatten.

00:15:39: Wie kann es sein, dass zwei Debatten so einen großen Einfluss haben, ist aber so.

00:15:44: So interessant war, dass der Wahlkampf von Le Pen tatsächlich keine große Dynamik entfaltet hat.

00:15:50: Das war wirklich interessant zu sehen, weil Lupin hat sich im letzten Jahr eine ganze Zeit, das kannte ich auch noch nicht, eine Phase der Mediendiät gegönnt.

00:15:57: Das heißt, sie ist nie aufgetocht in Medien und das hieß, bereitet jetzt einen fulminanten Wahlkampf vor und alle dachten, was kommt dann?

00:16:05: Es kam nicht viel.

00:16:07: Und es

00:16:09: gab mehrere Gründe dafür.

00:16:11: Das eine ist, was sehr spannend war, diese Fernsehdebatten vor allem mit allen elf Kandidaten hatten einen tollen Effekt und zwar wurde Le Pen plötzlich zur Systemvertreterin.

00:16:22: Die immer gegen das System kämpft und gegen die Eliten war plötzlich Teil des Systems in der Eliten, weil es gab da eben Trotz Kisten wie Philippe Poutou, der selbst als Gewerkschafter bei Fort arbeitet und der ihr zum Beispiel vorgeworfen hat, ja, sie würde ja, es gibt ja Untersuchungen gegen Le Pen, wo sie aber durch ihre Abgeordnetenimmunität nicht den Vorladung der Richter folgt.

00:16:43: und er hat ihr dann vorgeworfen, ja, sie könnte ja quasi sich es erlauben, nicht einer Vorladung der Richter zu folgen, weil sie hätte ja Privilegien wie eine Abgeordnetenimmunität.

00:16:53: Es gäbe aber keine Arbeiterimmunität und Arbeiter müssten

00:16:56: zum Richter gehen.

00:16:58: Und dieser Spruch ist ein Riesenhit geworden in den

00:17:00: sozialen Medien.

00:17:02: Das bei YouTube und so ist das zigmal

00:17:04: geteilt worden, diese Geschichte.

00:17:06: Also man sieht hier und von der anderen Seite gab es dann auch einen Francois Asilino, der gesagt hat, man muss sofort raus aus Europa und was Le Pen hier veranstaltet, mit Referendum erst mal um gucken und wie und was, das sei alles viel zu moderat.

00:17:20: Also es war ein ganz interessanter Effekt, der da

00:17:23: eingetreten ist durch diese Debatten.

00:17:25: Was dann auch sehr interessant war in Frankreich im Unterschied zu Deutschland, gab es in den letzten zwei Wochen

00:17:31: ganz

00:17:32: strenge

00:17:32: Regeln.

00:17:33: War nicht wirklich interessant den Vergleich zu sehen, zu deutschen Wahlkämpfen.

00:17:37: und zwar muss in den letzten zwei Wochen im Fernsehen und in Radio privat wie öffentlich über alle elf Kandidaten genau gleich

00:17:44: viel berichtet werden.

00:17:45: Also über ein völlig unbekannten Philippotou trotz Kist oder Nathalie Achtot auch trotz Kistin muss genauso viel berichtet werden wie über ein François Fillon, eine Le Pen oder andere.

00:17:58: Das hat einen wirklich interessanten Effekt, weil dieser Versuch auch gerade von Lippen und den Rechtspopulisten irgendwelche Provokationen

00:18:06: noch oder andere Geschichten zu setzen,

00:18:08: am Ende hatten überhaupt keinen Effekt,

00:18:10: weil darüber wurde genauso

00:18:11: berichtet wie über alles andere.

00:18:13: Uns hat sich nicht so eine Medienspirale

00:18:15: aufgebaut, wie das oft

00:18:17: gerade

00:18:18: der Fall ist und was

00:18:19: man auch bei

00:18:19: Trump gerade sehr stark immer beobachten konnte in den USA,

00:18:22: wie der immer wieder provoziert und das immer wieder Berichterstattung und Spiralen ausgelöst

00:18:26: hat.

00:18:27: Bis zuletzt.

00:18:28: Das ging hier durch diese strengen Regelungen, die auch durch eine

00:18:30: entsprechende Behörde überwacht werden.

00:18:32: Sehr streng hat hier gar nicht stattfinden können.

00:18:38: Was waren die wichtigsten Themen in der Wahlkampagne?

00:18:41: Das ist auch interessant.

00:18:43: Man sieht hier oben das oberste ist Employ, das heißt Arbeit.

00:18:48: Also die Frage der hohen Arbeitslosigkeit über zehn Prozent, fünfundzwanzig Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich, die schwierige Wirtschaftslage.

00:18:56: Dann die Frage der Kaufkraft, Le Pouvoir d'Archa, und die Frage der sozialen Sicherheit.

00:19:03: Und erst an vierter Stelle die Frage innere Sicherheit und Terrorismus.

00:19:08: Sei nicht erstaunlich, weil es ja doch diese vielen Anschläge gab

00:19:11: und diese

00:19:12: heftigen Erfahrungen, aber es gab auch eine interessante Untersuchung, wo Alensbach durchgeführt hat mit einem französischen Partner.

00:19:21: Die zeigt, der einzige Bereich, wo die Franzosen zufrieden sind mit ihrer Regierung zufrieden waren, ist bei der Terrorismusbekämpfung.

00:19:27: Da haben sie interessanterweise in einem Druck, die Regierung tut alles, was möglich ist

00:19:31: in dem Bereich.

00:19:32: Und deswegen

00:19:32: war das auch kein so zentrales Thema, auch weil es eine unglaubliche Leistung war und man kann heute noch froh darüber sein, dass es der französischen Regierung gelungen ist, wirklich alles zu tun, das nicht Anschläge stattgefunden haben.

00:19:47: Es gab ja den einen auf einen Polizisten, wo ein Polizist getötet wurde, auf den Champs Elysee, kurz vor der Wahl.

00:19:53: Aber insgesamt auch in den zwei Wahlgängen nicht, obwohl die Gefahr weiterhin sehr hoch ist in Frankreich.

00:19:59: Und ich hatte mit der, hatte Besuch aus Berlin und wir waren da auch Abgeordnete Grüne und wir waren da beim Innenminister Matthias Fekel kurz vor der Wahl und man hat dem wirklich die Nervosität angemerkt,

00:20:09: den französischen Innenminister.

00:20:12: Was das heißt und das war klar.

00:20:14: Auch der jetzige Übergangsprämie-Minister Bernhard Casneuf, seitdem Manuel Walz ausgeschaltet oder zurückgetreten ist, um selbst in die Urwahl einzusteigen, dieser Prämie-Minister Bernhard Casneuf war früher Innenminister und der hatte ein Ziel, die Wahlen gut über die Bühne

00:20:29: bringen,

00:20:30: ohne dass es Anschläge und anderes gibt.

00:20:32: Und dafür wurden unglaubliche Ressourcen eingesetzt.

00:20:35: Die haben allein noch fünfzigtausend Polizisten und schon

00:20:37: darm eingesetzt, Geheimdienst, sonstiges.

00:20:40: Also das... was die Frage bürgerechter angeht, ist da nochmal ein anderes

00:20:43: Thema,

00:20:44: sich anschauen muss.

00:20:46: Aber immerhin ist es doch erstaunlich und man kann auch froh drum sein, dass es doch gelungen ist und auch es nicht tatsächlich noch eine Lücke oder anderes gefunden wurde, dass da noch ein Attentat oder mehrere Attentäter das hätte, das Ganze nochmal sehr,

00:21:00: sehr geändert.

00:21:02: Das ist jetzt auch nichts, wo Sie jetzt jede kleine Zeile verstehen müssen.

00:21:08: Sondern das haben die Kollegen gemacht von der Friedrich-Eber-Stiftung, das fand ich ganz interessant.

00:21:12: Das ist nun mal, um ein bisschen aufzuzeigen, die unterschiedlichen Kandidatinnen und Kandidaten, die sie hatten, die dort waren, wo die sich in dieser entsprechenden Wertebene, also auf der einen Seite haben sie die libertären Werte, das sind quasi die soziokulturellen Werte, wie Freiheit des Individuums, ökologischer Wandel, kulturelle Vielfalt, europäische Integration.

00:21:35: Haben Sie einerseits, dann haben Sie autoritäre Werte,

00:21:39: Nationalismus,

00:21:40: traditionelle Werte,

00:21:41: Recht und Ordnung, nationale

00:21:43: Souveränität und Sie haben hier Marktreinheitenrechts, also hier haben Sie dann auf der sozioökonomischen Ebene

00:21:49: jeweils links und rechts mit der Verteilung.

00:21:52: und Sie sehen einfach ein bisschen, wo kann man einen Macron einordnen, muss man immer auch sich anschauen, also aus deutscher Sicht wäre sozialliberal, aus französischer Sicht Wirkte oft für viele fast schon neoliberal.

00:22:08: Das ist ganz anders von der Positionierung hier, aber man sieht hier, dass er sich sehr weit tatsächlich oben bei den libertären Werten, was die Gesellschafts- und Innenpolitik angeht, befindet, aber sehr weit rechts, was dann entsprechend die Wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen angeht.

00:22:28: Das Makron, man sieht hier Amon, wo er angesiedelt ist.

00:22:31: Melanchon jeweils.

00:22:33: und auch Le Pen.

00:22:34: Das ist ja auch ein Punkt, das haben Sie bestimmt auch verfolgt, muss man sich einmal klarmachen.

00:22:38: Der große Unterschied zwischen AfD und Fonds National ist bisher noch

00:22:43: ganz klar das Wirtschafts- und Sozialprogramm.

00:22:46: Das ist

00:22:48: sehr weit links bei dem Fonds National.

00:22:51: Hier

00:22:52: geht wirklich sehr, sehr weit links

00:22:54: und hier aber sehr nah an die

00:22:56: autoritären Wertvorstellungen.

00:22:59: Das heißt, das ist also weit entfernt

00:23:00: von diesem Teil immer noch eher

00:23:03: Wirtschaftsliberalenvorstellungen

00:23:05: einer AfD, wo die AfD auch hergekommen ist.

00:23:10: Diese Wahl hat das komplette Parteinsystem umgepflügt in Frankreich.

00:23:14: Bei erstmals keiner von den beiden großen Parteifamilien, die seit Jahrzehnten die Parteienlandschaft strukturiert haben in Frankreich, also weder die Sozialisten noch die Konservativen, keiner von ihren Kandidaten ist in die Endauswahl gekommen.

00:23:31: Und sie liegen auch insgesamt bei nur noch von zwanzig Prozent.

00:23:35: In der letzten Wahl, zwei Tausend zwölf, Hollande und Sakkusi, die beiden Vertreter, kamen die noch auf über fünfzig

00:23:41: Prozent.

00:23:42: Also hier sieht man wie komplett das ganze Parteiensystem, das war noch nie in Frankreich so festgefügt wie in Deutschland.

00:23:48: das Parteiensystem,

00:23:48: das war immer stärker auch mit an Personen gebunden.

00:23:52: Aber trotzdem gab es die zwei Säulen, konservative Sozialisten, drumherum haben sich die kleineren Parteien gruppiert.

00:23:58: Und das ist erst mal völlig hinüber, also das ist wirklich ein Erdbeben, wirklich eine Revolution, die da

00:24:04: stattfindet oder stattgefunden hat und gerade auch noch stattfindet in Frankreich.

00:24:09: Ja, das ist, muss man jetzt auch nicht im

00:24:11: Einzelnen, es zeigt auch noch ein bisschen die kräftige Verhältnisse, aber man sieht eben wie klein hier geworden

00:24:16: ist.

00:24:16: die Sozialisten,

00:24:17: da gehören auch Grüne sind hier mit hineingenommen und hier auch die Konservativen, wie sich immer stärker das Feld Le Pen hier aufgemacht hat und hier dann die ganz neue Kraft, die hier jetzt ins Zentrum hineinkommt, nämlich Emmanuel Macron.

00:24:33: Der diese Strategie

00:24:34: hatte

00:24:34: Zentrum,

00:24:34: weder rechts noch links.

00:24:36: Ja, jetzt muss man sich aber anschauen,

00:24:39: weil in Deutschland ich war immer

00:24:40: ein bisschen erstaunt, also jetzt gibt es ja auch viele kritische Artikel und da muss man sich schon wieder denken, oh je, der Mann hat eigentlich auch eine Chance verdient, aber ich war immer ein bisschen erstaunt über diese Berichterstattung in Deutschland, über die Begeisterung der Franzosen über Emmanuel Macron.

00:24:55: Die gab es nie.

00:24:57: Es gab nie eine Begeisterung der Franz-Susene-Baillemande und Macron.

00:24:59: Er hat knapp vierundzwanzig Prozent bekommen im ersten Wahlgang und von diesen vierundzwanzig Prozent.

00:25:04: Deswegen habe ich das hier noch gezeigt.

00:25:07: Gibt es Studien wie diese hier, die zeigen von diesen.

00:25:09: Vierundzwanzig Prozent waren noch fast die Hälfte.

00:25:12: Vierundzwanzig Prozent Leute, die ihn gewählt haben, aus taktischen Erwägungen.

00:25:17: In Frankreich immer die Frage sich stellt, gut, wenn ich jetzt wähle, ein Benoimon, aber ich weiß, der kriegt sechs bis acht Prozent und er kommt auf jeden Fall nicht in die zweite Runde.

00:25:26: ist in meiner Stimme etwas verschenkt, aber wenn ich zumindest versuche, einen im Makron zu wählen und dafür zu sorgen, dass der in die zweite Runde kommt und nicht zum Beispiel der konservative Fillon gegen eine Lupin in der zweiten Runde steht, also gebe ich mir einen Ruck und wähle doch lieber den Makron, auch wenn ich eigentlich dem Benoit Amour

00:25:44: nicht ersteh.

00:25:45: Davon hat der Makron schon in der ersten Runde profitiert und in der zweiten Runde natürlich noch viel mehr.

00:25:51: Die große Mehrheit der Menschen, die jetzt gerade Macron gewählt haben am Sonntag, haben es mit zusammengebissen in Zehen

00:25:56: getan.

00:25:58: Nicht weil sie in Teufel oder begeistert sind, sondern vor allem, um Le Pen zu verhindern.

00:26:02: Das war eine sehr merkwürdige Atmosphäre am Sonntagabend in Paris, weil kam keine Feierstimmung.

00:26:09: Leute haben nicht gefeiert.

00:26:10: Und ich habe noch eine Flasche Champagner mir besorgt, weil ich dachte, irgendwie ist es schon abend, wo man ein bisschen feiern sollte, ja?

00:26:16: Die Behände ist nicht dran gekommen.

00:26:17: Und ich bin zu französischen Freunden und habe gesagt, jetzt komm, lass das mal anstoßen.

00:26:21: Ja, danke an euch.

00:26:22: Ihr habt Europa gerettet und so und die so, ja toll.

00:26:26: Aber wir haben wirklich die Schnauze voll.

00:26:28: So viele.

00:26:30: Wir sind immer vor der Wahl.

00:26:31: Wir müssen immer jemand wählen, den wir nicht wählen wollen, um Lippen zu verhindern.

00:26:35: Das steht uns sonst wo.

00:26:36: Das ist keine wirkliche Wahl.

00:26:37: Also es gab da... eher so ein bisschen

00:26:39: Katerstimmung

00:26:41: und gibt es.

00:26:41: Und das ist auch so.

00:26:43: Studienzeigen, dass die Mehrheit der Franzosen sagt, sie wollen im Moment nicht, dass Macron eine Mehrheit bekommt im Parlament.

00:26:52: Das kann sich noch ändern, weil wenn man mal Präsidenten in die Regierung einsetzt, hat man natürlich immer die Medienpräsenz und kann die Dynamik entfalten, aber im Moment ist es noch so.

00:27:04: Das hatte ich auch schon gesagt.

00:27:05: Historisch einmalige Wahl.

00:27:06: In Frankreich so mit diesen Rahmenbedingungen.

00:27:08: Das gab es wirklich noch nie.

00:27:11: Das Kopf an Kopfrennen.

00:27:12: Alle vier Favoriten, auch was ganz Besonderes waren, haben Wahlkampf gemacht gegen das System in unterschiedlicher Form.

00:27:19: Interessanterweise alle vier sind selbst Produkte dieses Systems.

00:27:24: Aber sie haben alle vier Wahlkampf gemacht.

00:27:25: Dagegen Lepen kann man sich vorstellen gegen die Eliten, das Establishment, Paris etc.

00:27:32: Dann Macron hat auch sehr klar gegen das etablierte Parteinsystem und die etablierte politische

00:27:39: Klasse Wahlkampf gemacht.

00:27:40: Er hat immer gesagt,

00:27:40: ich bin parteilos, ich habe eine Bewegung gegründet.

00:27:44: Ich komme nicht aus diesem ganzen Parteikarrierenapparat, habe ich nichts mit zu tun und ich will das politische Leben erneuern.

00:27:52: So war wirklich sein Anspruch und seine eine zentrale Strategie seiner Kampagne.

00:27:59: Dann Jean-Luc Mélenchon hat Wahlkampf gemacht gegen die Finanzeliten, Finanz-Oligarchie, die in Wirklichkeit alles bestimmen.

00:28:09: Das war auch gegen das System.

00:28:11: Und François Fillon von den Konservativen.

00:28:16: Das haben wir sehr verfolgt.

00:28:17: Er hat einige Affären am Hals mit der Frage der Bezahlung

00:28:21: seiner Frau

00:28:21: und seiner Kinder als Parlamentsmitarbeiter.

00:28:24: Was ja legal wäre in Frankreich.

00:28:26: Blöd ist es, wenn die Frau jahrelang durch alle bunten Gazzetten und schöne Yellow Press tingelt und immer sagt ich bin Ehefrau und Mutter und wenn sie das jahrelang gemacht hat plötzlich rauskommt sie soll jahrelang hoch bezahlt gearbeitet haben für ihren Mann.

00:28:41: das ist halt etwas blöd tatsächlich.

00:28:44: und deswegen hat er dann François Fillon auch Wahlkampf gemacht gegen das System indem er gesagt hat er sei Opfer einer Kampagne der Justiz und der Medien Und gerade jetzt müssten die Konservativen zusammenhalten, und so hat er sich als Kandidat auch noch bis

00:29:00: zuletzt

00:29:00: gehalten.

00:29:01: Man muss sich ohnehin klarmachen, Macron hat hauptsächlich gewonnen, nicht nur weil er so stark ist, sondern vor allem auch wegen der Schwäche der anderen.

00:29:09: Er hat einerseits gewonnen, weil die Sozialisten auch durch die Regierung Hollande so geschwächt

00:29:14: waren

00:29:15: und auch noch durch die Urwahl und den Fondeur, das auf der Linken.

00:29:19: Eigentlich alles zusammengebrochen ist schon vorher.

00:29:21: und er hat gewonnen, weil die Konservativen hatten eigentlich diese Wahl nach allen Umfragen sicher in der Tasche

00:29:26: seit einem Jahr.

00:29:27: Es war immer klar, eigentlich kommt ein konservativer Kandidat mit Le Pen in die zweite Runde und der gewinnt dann.

00:29:36: Und die Konservativen haben es wirklich komplex selbst

00:29:38: verspielt

00:29:39: durch diese Affären und dass er dran geblieben

00:29:41: ist.

00:29:42: Also dadurch letztlich hat er es geschafft.

00:29:45: Impulsion des französischen Parteinsystems.

00:29:49: Welche Neuformierung, das ist genau jetzt die

00:29:51: Frage,

00:29:52: komme ich am Ende auch noch mal dazu.

00:29:54: Und ja, die Frage, die sich hier gestellt hat und wo wirklich viele kaum für möglich gehalten haben, ein junger Shootingstar, der vor drei Jahren noch kaum bekannt war, könnte Präsident werden, das ist tatsächlich eingetreten.

00:30:07: Er ist tatsächlich Präsident

00:30:08: geworden, vor drei Jahren noch unbekannt, er hatte noch nie ein gewähltes Amt, er war nicht mal im Gemeinderat oder sonstiges und ist jetzt direkt

00:30:16: Präsident geworden von Frankreich.

00:30:20: Ja, als dann die erste Runde rum war, gab es ja auch zum Teil auch in Deutschland solche Kommentare, die gesagt haben, ja,

00:30:26: der ist jetzt Präsident, das ist klar.

00:30:28: Der Mann hat gewonnen, die Sache ist entschieden, die Sache ist durch.

00:30:32: So sahen da etwa die Umfragen aus, ein sechzig zu neununddreißig

00:30:36: und man dachte

00:30:36: ja gut, die Sache ist eigentlich gelaufen.

00:30:39: Hätte ich auch eher optimistischer,

00:30:42: nicht ganz optimistisch wie viele Kommentatoren in Deutschland, aber am Sonntagabend, im April, hätte ich es auch noch eher optimistisch eingeschätzt.

00:30:50: Das war auch so, dass dann alle erst mal die verloren hatten wie hier Benoit Amon, zum Beispiel mit dem durch und durch grünen Programm.

00:31:00: Sehr klar sofort

00:31:01: gesagt haben, jetzt muss man Macron wählen gegen Le Pen, zum Beispiel auch der konservative

00:31:08: Fion,

00:31:08: hat das sofort gesagt.

00:31:11: Und Le Pen hat sich gefreut, weil Macron war ihr aus ihrer Sicht der Idealgegner,

00:31:17: ehemaliger Bankier,

00:31:19: ein Absolvent der Elite-Hochschule

00:31:21: ENA und der Sionspo.

00:31:23: Und deswegen

00:31:24: auch die Vorstellung, das ist unser Idealgegner, da können wir jetzt wirklich genau unsere Strategie durchziehen, was wir jetzt auch lange vorbereitet

00:31:30: haben.

00:31:32: Und dann

00:31:33: kam Macron an dem Abend.

00:31:36: Und Macron

00:31:36: hat dann im Sonntagabend

00:31:38: ganz schwere Fehler begangen.

00:31:40: nach der ersten Runde.

00:31:41: Da ist einem ganz anders geworden, wenn man das

00:31:43: verfolgt hat

00:31:43: an dem Abend.

00:31:44: Also erstens ist Herr

00:31:46: Triumphierend eingelaufen auf die Bühne mit seiner Frau Brigitte, bei der ja hier auch schon viel berichtet wurde, ja, in die er sich mit sechzehn verliebt

00:31:55: hat, als er seine Lehrerin

00:31:56: war, deutlich älter als er, vierundzwanzig Jahre älter als er.

00:32:01: Und dann hatten die offenbar lange eine Affäre, weil sie war verheiratet mit dem Bankier, hatte drei Kinder.

00:32:08: Wir auch immer haben dann auch später geheiratet, also zumindest Brigitte und alle haben gerufen.

00:32:12: Brigitte und er hat also hier ganz Triumphal, hat eine ganz dünne Rede

00:32:16: gehalten,

00:32:17: hat hier schon seinen Wahlsee ganz groß gefeiert, als ob er schon extra Präsident wäre,

00:32:22: Frankreichs, ist dann mit

00:32:24: einer Wagenkolonik

00:32:25: durch Paris gefahren, das war schon die Wagenkolonik eines Präsidenten, auch über die roten Ampeln und hat den Abend dann im Kreis Enger ausgewählter Freunde die eher Orteile

00:32:35: der Französischen Elite sind in einer feinen Brasserie

00:32:38: ausklingen

00:32:38: lassen, wo die ganze Zeit die Medien draußen standen und das alles mit fotografiert und mit gefilmt haben.

00:32:44: Also die Bilder und der Abend waren verheerend.

00:32:46: Weil der Eindruck

00:32:47: jetzt standen ist, der Mann feiert jetzt schon und eigentlich gab es nicht viel zu feiern,

00:32:52: weil immerhin ist mit

00:32:53: Lupin eine...

00:32:56: Wirklich Vertreterin der Rechtspopulisten in die zweite Runde gekommen.

00:32:59: Und was er hätte machen müssen eigentlich, sich mit hinstellen

00:33:02: und eine ernste

00:33:03: würde Geräte halten, so wie es Chirac-II gemacht

00:33:05: hat, hat damals ganz überraschend der Vater

00:33:08: von Marine Le Pen in die Runde gekommen ist.

00:33:11: Er hat da, die Rede wurde dann auch verbreitet

00:33:13: nochmal, eine sehr

00:33:14: ernste würde Geräte gehalten und gesagt hat, das ist wirklich ein Moment.

00:33:16: Jetzt geht es um die Republik, um die Verteidigung der Werte der Republik etc.

00:33:21: Macron ist als Sieger auf die Bühne, hat den ganzen Abend gefeiert und hat es dann bitte bereut.

00:33:27: Und

00:33:29: weil natürlich das sofort aufgegriffen wurde, man muss sich vorstellen, diese zwei Wochen waren in Frankreich wirklich gerestlich, weil in diesen zwei Wochen hatte

00:33:37: der Frau National im Prinzip

00:33:38: fünfzig Prozent der Medien Aufmerksamkeit.

00:33:41: Das heißt, sie konnten nur irgendwo hingehen,

00:33:43: wenn

00:33:43: sie irgendwie Radio, Fernsehen, sonst was, überall, Frau National, auf allen Kanälen und haben dann

00:33:52: natürlich genau das auch aufgegriffen.

00:33:54: Was waren

00:33:54: da die zentralen Konfliktlinien,

00:33:56: die hier versucht wurden?

00:33:58: Ein,

00:33:59: wie Le Pen das behauptet hat, intelligenter Protektionismus gegen wilde entfesselte Globalisierung, dann die Wiedererrichtung nationaler Grenzen

00:34:06: gegen offene Grenzen.

00:34:08: die so die Darstellung des professionelle Zuwanderung Bedrohung durch den Islam und Terrorismus

00:34:14: darstellen würden,

00:34:16: wo glücklicherweise die Französischen Medien darauf hingewiesen haben, dass das bei den Attentätern auf praktisch keinen einzigen

00:34:21: zugetroffen hat, der Attentäter übrigens, dass

00:34:24: irgendwie offene Grenzen

00:34:25: da in irgendeiner Form einen Beitrag geleistet hätten.

00:34:29: nationale Souveränität

00:34:30: statt die Tat durch Brüssel und

00:34:31: Deutschland.

00:34:32: Vor allem auch die Richtung gewesen von Le Pen und dann der Versuch

00:34:36: dieser Anwälte des Volkes gegen den Repräsentant der Pariser Eliten der Banken und

00:34:40: Finanzmärkte.

00:34:42: Und natürlich auch diese Idee Vorhang für alles Französische gegen Offenheit, Toleranz

00:34:46: und Vielfalt.

00:34:48: Le Pen hat ja auch angekündigt, dass sie sofort einführen will.

00:34:52: Eine Strafe, quasi eine Strafsteuer für alle Arbeitgeber.

00:34:57: die

00:34:58: dann nicht Franzosen einstellen, sodass sie angehalten werden, dann Franzosen

00:35:04: einzustellen.

00:35:05: Wobei dann immer noch natürlich die Frage ist, wo ist dann die Definition, also ist es dann noch die Staatsbürgerschaft, aber so zumindest der Versuch.

00:35:13: Also die zwei Wochen waren wirklich

00:35:16: kein Spaß und dann ist

00:35:17: etwas passiert, wo mir selbst, muss ich auch sagen, zwischenzeitlich wirklich ziemlich Angst und Bange geworden ist, weil

00:35:26: Plötzlich hat man gedacht, wie es im

00:35:28: Jahr war.

00:35:28: Jetzt geht ganz Frankreich auf die Barrikade.

00:35:31: Und alle rufen auf und sagen, A gegen Le Pen, B, man muss jetzt für Macron stehen.

00:35:35: So war es im Jahr.

00:35:36: Da gab es auch große Demonstrationen im Land.

00:35:39: Diesmal nichts passiert.

00:35:42: Auch deswegen, weil natürlich alle schon davon ausgegangen sind, das war keine Überraschung wie im Jahr.

00:35:47: Aber trotzdem, was dann noch passiert ist, wichtige gesellschaftliche Akteure waren nicht bereit, klar dafür aufzurufen,

00:35:53: für Macron zu stimmen.

00:35:55: Das hat man ja auch hier in den Medien, wurde das auch dargestellt,

00:35:57: Jean-Luc Mélenchon.

00:35:58: Vom unbelegsamen

00:35:59: Frankreich ruft nicht zur Wahl von Macron auf, sondern sagt nur gegen Le Pen.

00:36:04: Das kann er eben aber auch

00:36:05: in Haltung heißen.

00:36:06: Das kann auch heißen, man gibt einen leeren Wahlzettel ab.

00:36:09: Und auch wichtige Gewerkschaften wie die CGT, größte Gewerkschaften Frankreich hat es nicht getan.

00:36:14: Und ich war

00:36:15: vor eineinhalb Wochen bei der ersten

00:36:17: ersten Mai-Demonstration.

00:36:19: In Paris, und ich war ehrlicherweise schon, also das war sehr bedenklich, weil da war quasi so, die Hauptstimmung war weder Le Pen noch Macron.

00:36:28: Beides gleich schlimm, so ungefähr.

00:36:29: Das war durch eine Stimmung.

00:36:31: Aber auch die katholische Kirche

00:36:33: hat nicht mehr zu einer Wahl

00:36:34: gegen Le Pen aufgerufen.

00:36:36: Hat sich ganz rausgehalten, in den Jahr zwei tausend zwei hatten sie es noch gemacht.

00:36:40: Einzelne Bischöfe

00:36:40: haben das anders gehandhabt

00:36:42: und auch einzelne

00:36:43: Organisation der katholischen Kirche, aber die katholische Kirche nicht.

00:36:45: Also wichtige gesellschaftliche Akteure haben nicht in dieser Situation sich

00:36:50: hingestellt und gesagt, man muss jetzt Macron wählen, um die Republik zu

00:36:52: verteidigen.

00:36:53: Das war

00:36:53: schon bemerkenswert

00:36:55: in dieser Situation.

00:36:56: Ja, dann gab es die wirkliche Schlammschlacht in diesen zwei Wochen, wo der Foreignational wirklich auf allen Kanälen war.

00:37:04: Ich gehe jetzt hier nicht nochmal, ich habe schon genannt, den Abendkampf.

00:37:09: Das überspringe ich jetzt, das ist schon ein bisschen fortgeschritten, noch in der Zeit.

00:37:12: Der Wendepunkt war wirklich das TV-Duell

00:37:15: am dritten Mai, Mittwochabend.

00:37:17: Es ist ja immer eine Frage, kann man da auch wirklich ins Duell gehen?

00:37:21: Shira Chakshirak

00:37:21: hat sich in dem Jahr zwei Tausend zwei geweigert, individuell zu machen,

00:37:25: mit Jean-Marie Le Pen.

00:37:27: Aber Macron hat es schon

00:37:28: vorgesagt, sollte es dazu

00:37:29: kommen, geht er

00:37:30: hinein.

00:37:31: Und tatsächlich, komme ich nochmal gleich drauf, hatte auch dieses Duell für sich entschieden und das war wirklich eine Leistung.

00:37:40: Also, da sage ich gleich noch etwas dazu.

00:37:42: und

00:37:43: am Ende gab es auch noch Torbedierung

00:37:45: durch gezielte Fake News.

00:37:47: die am Ende auch noch gestreut wurden,

00:37:50: auch im Duell

00:37:51: und auch die Veröffentlichung interner

00:37:53: Dokumente des Macron-Teams

00:37:55: wurde auch

00:37:55: noch am Ende versucht.

00:37:57: Das heißt, es wurde wirklich nichts ausgelassen.

00:38:01: Dieses TV-Duell

00:38:01: der Wendepunkt zweieinhalb Stunden mit Moderatoren, die eigentlich ein Totalausfall waren.

00:38:07: Wir haben einige vielleicht für ihn gesehen, das wurde hier von Phoenix übertragen.

00:38:12: Moderatoren waren nur da als Stichwortgeber, sonst ein Totalausfall.

00:38:15: Und eine Marine Le Pen, die von Anfang an, also da hat man wirklich gemerkt, diese Frage kann man überhaupt

00:38:21: wirklich

00:38:22: mit Rechtspopulisten debattieren.

00:38:25: Debattieren kann man nicht, weil.

00:38:27: Le Pen hat von Anfang an angefangen, ihn nur zu beschimpfen.

00:38:30: Nur diffamieren, nur Beschimpfungen.

00:38:33: Nur bestimmt von den Vermierungen und die wissenschaftliche Presse, das hinterher Detail hat aufgelistet, neunzehn Fake News, neunzehn falsche Behauptungen

00:38:41: während des Duells,

00:38:42: die natürlich dort nicht einmal widersprochen wurden.

00:38:45: Wie hat es hier Macron trotzdem geschafft als Sieger daher vorzugehen?

00:38:50: Also das muss man sich glaube ich auch nochmal wirklich in Ruhe

00:38:53: genau analysieren, dieses Duell.

00:38:56: was man schon gar sagen kann, was er geschafft

00:38:58: hat.

00:38:59: Erstens, ihre Strategie

00:39:00: war es, ihn

00:39:01: zu provozieren,

00:39:02: dass er die Kontrolle verliert,

00:39:05: dass er irgendwie ausflippt oder sonstiges.

00:39:07: Es wurde sogar vorher

00:39:08: korrekt, auch von Seiten von Lüppen.

00:39:11: Macron habe ja angedeutet, dass er im Zweifel auch das Duell verlassen könnte.

00:39:15: Ja, so haben sie bei uns gesagt, ihr werdet sehen, wie ich den da zerlege.

00:39:20: Und Macron ist die ganze Zeit kühl und gelassen geblieben, hat sich

00:39:23: keines bisschen aus der Reserve locken

00:39:25: lassen.

00:39:26: hat auch sehr hart, aber gelassen, aber hart zurückgeschlagen.

00:39:31: und er hat vor allem

00:39:31: eins gemacht,

00:39:33: er hat sie in ihrem Wirtschaftsprogramm zerlegt.

00:39:37: Also er hat immer den Eindruck gemacht, sie reden ja nur, sie machen nur Einwürfe, sie machen nur Hetze, gegen Andersdenken

00:39:44: etc.,

00:39:44: aber was sind denn ihre konkreten Projekte?

00:39:47: Und

00:39:47: sie hat einen großen Fehler gehabt, sie hat ein Riesenstapel

00:39:49: von Dokumenten vor

00:39:50: sich,

00:39:51: in dem sie die ganze Zeit gegrustet hat auch.

00:39:54: Und er hat von Anfang an das genutzt und hat gesagt, ja, da verwechseln

00:39:57: Sie jetzt aber Sachen.

00:39:58: Schauen Sie nochmal deinen Dosiers nach und so.

00:40:02: Und trotzdem, also das war ja hier zum Teil auch deinen Einschlagabtauschenschreierei.

00:40:07: Und auch, das ist ja auch, hat man hier gesehen, das große Problem im Umgang mit Rechtspopulismus ist ja, während Rechtspopulisten immer einfordern, dass alle Regeln auch für Sie gelten müssen, wie für alle anderen, in

00:40:20: die virtuellen Beteiligung und sonst, wie halten

00:40:22: Sie sich selbst

00:40:22: die ganze Zeit nicht an die Regeln?

00:40:25: Das hat man auch hier wieder gesehen.

00:40:26: Es war alles genau abgesprochen.

00:40:27: Es war per Los gezogen worden.

00:40:29: Wer sagt das?

00:40:30: Die einführende Worte.

00:40:32: Sie und per Los.

00:40:33: Er macht das Schlusswort.

00:40:35: Ja, glauben Sie,

00:40:36: eine Marine Le Pen würde ihm das Schlusswort lassen.

00:40:39: Das war das Schlusswort.

00:40:40: Er sagt was und natürlich

00:40:41: hat sie noch mal hinterher

00:40:43: was geschoben.

00:40:43: Nur

00:40:43: war er auch schon vorbereitet

00:40:45: und hat auch noch hinterher geschoben.

00:40:46: Aber das ging zur Sache.

00:40:47: Das war fast nicht auszuhalten, diese zweieinhalb Stunden.

00:40:50: Trotzdem

00:40:51: ist einem siebzehn Millionen Franzosen gesehen.

00:40:54: Und hinterher, auch in den Umfragen danach, über sechzig Prozent, er war der überzeugendere, aber hinterher auch in der Bewertung war

00:41:00: klar, er hat wirklich

00:41:01: das Duell gewonnen und das hat natürlich noch mal eine Dynamik ausgelöst.

00:41:06: Bei die Umfragen

00:41:06: haben

00:41:07: sich eher so entwickelt Richtung über vierzig für sie und untersechzig für Macron und wirklich durch

00:41:16: das Duell,

00:41:18: weil viele auch einen Eindruck hatten, ah, die hat ja wirklich

00:41:20: gar keine Konzepte für das

00:41:21: Land.

00:41:21: und die Hauptfrage

00:41:23: gerade Wirtschaft.

00:41:24: Arbeitsplätze.

00:41:26: Und B, er zeigt auch härtige Statue

00:41:28: eines Präsidenten

00:41:29: in so einer Situation,

00:41:30: das zu meistern.

00:41:32: Und das hat wirklich die Dynamik nochmal rumgedreht.

00:41:34: Und diese Fake News, die dann noch kamen, das hat sie auch noch gemacht.

00:41:38: Sie hat aufgeworfen, ja, wenn er dann, es wäre ja auch ein Problem, wenn der Haus kommen würde, dieser Punkt, ob er denn ein Konto hätte

00:41:47: auf dem Bahamas.

00:41:49: Das waren natürlich wirklich ganz gefährliche Effekte, die uns

00:41:52: sehr professionell gemacht,

00:41:53: weil das ging genau in diese Richtung.

00:41:54: Emmanuel Macron, der Reiche und das gab immer so eine Diskussion in Frankreich, er hat mal als Banker von Rothschild Millionen verdient.

00:42:01: Wo sind die Millionen?

00:42:03: Weil er jetzt nicht mehr reich ist und der muss ja sein Offen legen.

00:42:07: Alles die Vermögensverhältnisse, die sind überschaubar bei ihm, ist nicht reich und alle haben sich fragen sich bis heute, was hat er mit den Millionen gemacht?

00:42:14: Und er sagt, er hat damals

00:42:15: gut gelebt.

00:42:16: Er muss sehr

00:42:16: gut gelebt haben eine Zeit lang.

00:42:18: Also, aber zumindest ist das genau in diese Kerbe hineingegangen.

00:42:23: Und sie hat das nur als Frage aufgeworfen, aber natürlich wurde es sofort aufgegriffen.

00:42:27: Und das hier kann man wirklich dankbar sein über sehr guten Journalismus und hervorragende von zwischen Medien, die von Anfang an sofort genau und auch das Team von Macron, die sofort dann aufgezeigt haben, wie hier tatsächlich gezielt gefälschte Dokumente über entsprechende Akteure, die auch so

00:42:48: der Trump-Unterstützer-Szene

00:42:50: zu solchen sind und den USA ins Netz die sozialen Netzwerke

00:42:53: geschossen wurde

00:42:54: und wirklich gefakete

00:42:55: Dokumente,

00:42:56: die darlegen sollen, hätte ein Konto auf dem Bahamas.

00:42:59: Man sieht nur tatsächlich,

00:43:00: was das für eine Bedeutung hat und wie professionell das gemacht ist.

00:43:04: Und kurz, ganz kurz vor der Wahl, kam dann auch noch der Versuch mit tausenden gelegten Mails und anderen aus dem Team von Macron, die auch ins Netz gestellt wurden, aber auch da haben die Medien zum Teil gar nicht drüber

00:43:17: berichtet.

00:43:18: am Ende,

00:43:19: so gesagt haben wir es, wo blöd sind wir nicht, Fernsehen gar nicht drüber

00:43:21: berichtet und im Netz haben die Medien

00:43:24: auch da ganz klar aufgezeigt, sehr schnell

00:43:26: und auch das Team von Macron

00:43:27: hat schnell reagiert,

00:43:28: um auch hier wieder

00:43:29: deutlich zu machen,

00:43:30: dass das ein gezielter

00:43:31: Einflussversuch ist.

00:43:33: Gibt es ja auch Hinweise, das kann man wahrscheinlich nicht belegen, gibt es Leute, die sagen, es gibt genug Hinweise, dass es da auch russische Stellen

00:43:39: beteiligt

00:43:40: sein könnten,

00:43:41: lassen wir das

00:43:42: mal dahingestellt, gibt es keine Beweise.

00:43:44: Aber zumindest ist es so, dass es ganz klar Leute gab, die es gezielt versucht haben, hier noch zu

00:43:49: topidieren.

00:43:49: Am Ende nur.

00:43:50: Das

00:43:50: hatte genau den gegenteiligen Effekt in dem Fall.

00:43:54: Dank der Debatte und der französischen Medien.

00:43:57: Das ist das Resultat.

00:44:00: Jetzt stellt sich die Frage eben einmal Kronpräsident aller Franzosen.

00:44:04: Man sieht ja einerseits das wirklich gute, wichtige Ergebnis, weil sonst

00:44:08: hätte

00:44:08: Marine Le Pen

00:44:09: ganz anders triumphiert.

00:44:11: Das war doch ein sehr klares

00:44:12: Ergebnis.

00:44:13: Aber, aber.

00:44:15: Das ABER

00:44:16: ist hier

00:44:17: zum einen ein Rekordenthaltung.

00:44:20: Gab es seit nineteenhundertneunundsechzig nicht in Frankreich.

00:44:25: Zweiundzwanzigkommar drei acht Prozent der Wähler und Wähler haben

00:44:30: sich enthalten.

00:44:31: Sind nicht zur Wahl gegangen.

00:44:32: und hier, das auch ein Rekord, das gab es auch so noch nie in Frankreich.

00:44:37: Über vier Millionen haben entweder weiß oder ungültige Wahrzettel abgegeben.

00:44:43: Und das vor dem Hintergrund dieser ganzen Diskussion von katholischer Kirche bis Jean-Luc Mélenchon und linken Gewerkschaften, die genau in so eine Richtung das eingefordert haben.

00:44:54: Also von daher sieht man hier wirklich, wie hoch und welche Debatte das war.

00:44:57: Und trotzdem ist es aber vor allem hier gelungen, zu mobilisieren für Macron

00:45:06: auch durch das Duell,

00:45:08: weil was man gesagt hat, die Strategie von Le Pen war über Monate und Jahre salonfähig zu sein, ein neues, anderes, freundliches Gesicht des Fronten National aufzubauen, so auch ihr Werbespot und alles.

00:45:20: Und mit ihrem aggressiven

00:45:22: brutalen Auftreten

00:45:23: in dieser Debatte hat sie diese ganze Strategie wieder absurdum geführt und viele Leute waren richtig erschrocken, dass sie das mal zweieinhalb Stunden so gesehen

00:45:32: haben.

00:45:33: Und das hat

00:45:34: wirklich eher noch eine Mobilisierung für Macron

00:45:37: hergestellt am Ende.

00:45:39: Ja, das ist auch nochmal der Überblick.

00:45:40: So, hier kann man sich nochmal anschauen.

00:45:43: Frankreich, auch für mögliche zukünftige Frankreich-Besucher und Urlaube.

00:45:47: Interessant.

00:45:49: Wo liegt jeweils wer vorne?

00:45:53: Das ist ein Muster, das man schon öfters erkannt hat.

00:45:55: Also was das erste klare Muster ist.

00:45:56: Also das Dunkel ist alles vor Nationalgebiet.

00:46:00: Wo entsprechend meine Pen Top-Ergebnisse bekommen hat.

00:46:04: Und das Gelbe ist Macron.

00:46:07: Was man hier sehen kann, also das erste wenig überraschend.

00:46:11: ist natürlich überall, wo sie städtische Gebiete haben, um Metropolen, sowohl Paris als auch Clémont-Ferrand,

00:46:18: Bordeaux,

00:46:19: überall Toulouse, Nantes, überall wo Städte sind, da ganz klar Macron, in den Städten achtzig, neunzig Prozent Macron, Paris neunzig Prozent Macron, nur zehn Prozent.

00:46:30: Ja, Marseille, als Stadt gilt es... Tatsächlich, was die Stadt angeht auch, aber sobald es Ummachse herumgeht, nicht mehr.

00:46:39: Also nicht die Metropolregionmachse.

00:46:42: Dann nicht.

00:46:43: Das stimmt hier.

00:46:44: Das Gebiet von Le Pen ist wirklich vor allem der Nordosten.

00:46:48: So auch noch Elsers und vor allem der Süden.

00:46:53: Und man hat hier deutlich Stadt-Land-Gefälle.

00:46:56: Das merkt man sehr klar, aber nicht nur.

00:46:58: Es gibt zum Beispiel die wunderbare Britanie, die sehr gefeiert ist gegen den Front-National.

00:47:04: Ja, ich war schon immer großer Fan der Britannien, aber hat sich noch gesteigert.

00:47:08: Hier.

00:47:09: Und Atlantik-Küste auch.

00:47:12: Atlantik-Küste

00:47:13: auch.

00:47:15: Gibt es jetzt natürlich, was sind da auch Ursachen davon?

00:47:18: Gibt es eine ganze Reihe von Studien?

00:47:19: Es gibt natürlich soziökonomische.

00:47:22: Klar, also Nordosten

00:47:23: ist eine Krisenregion auch

00:47:25: strukturell.

00:47:26: War die frühere Bergau-Barriota-Region

00:47:28: etc.

00:47:28: Solar-Germinal etc.

00:47:31: Im Süden ist es gemischt, im Süden haben sie auch Regionen, da haben sie vor allem viel Ungleichheit, sie haben aber auch sehr viel Rentner hier sitzen, das ist nicht so eindeutig im Süden, wie es hier ist im Norden.

00:47:44: und sie haben aber auch politische Traditionen.

00:47:47: und sie haben, es gibt verschiedene Studien, die auch interessant sind, dass es in bestimmten Regionen einen viel größeren Zukunftsoptimismus gibt oder Zukunftspessimismus.

00:47:57: durch auch die gesamte Wirtschaftsentwicklung.

00:47:59: Selbst wenn Leute selbst gar nicht so ahnen sind, das hat auch bei Trump gesehen, wenn sie in Regionen leben, wo sie den Eindruck haben, es geht eher bergab, hat das einen großen Einfluss.

00:48:08: Das gibt ja diese interessanten Studien von Trump in den USA, die zeigen,

00:48:13: dass

00:48:14: irgendwie die Wähler von Clinton leben in den Gebieten, die sixty-fünf Prozent des Sozialproduktes der USA ausmachen.

00:48:26: Und die von Trump leben in Gebieten, die zu einem

00:48:30: Sozialprodukt der USA beitragen.

00:48:31: Das heißt,

00:48:32: selbst wenn die Leute wie bei Trump gar nicht die Ärmsten immer nur sind, leben sie doch in Gebieten, die das Gebiet erahnt

00:48:37: sind.

00:48:39: Und das

00:48:39: sieht man hier auch zum Teil, dass Gebiete abgehängt sind oder es eine sehr scharfe große Ungleichheit

00:48:44: gibt wie in Südfrankreich.

00:48:46: Gibt es sehr Reiche?

00:48:48: Und die anderen fühlen sich natürlich umso abgehängter.

00:48:50: dann zum Teil dadurch.

00:48:52: Währends Regionen gibt, wo das deutlich ausgeglichener ist, aber auch zum Beispiel die ganze Zentrumsregion sieht man auch

00:48:57: wenig Chancen für Le Pen und in Paris sowieso nicht.

00:49:02: In Corsica

00:49:03: etwas, aber wenig in den Überseegebieten auch nicht sehr stark.

00:49:06: Ja, das Phänomen Macron,

00:49:08: ich habe schon ein bisschen was dazu

00:49:09: gesagt, vielleicht nochmal

00:49:10: ein paar kurze Stichworte.

00:49:13: Er ist

00:49:13: Erneuerung, Hoffnungsträger, Optimismus.

00:49:16: Das muss man schon sagen.

00:49:17: Er hatte einen sehr optimistischen Diskurs.

00:49:19: Er hat immer geredet von den Chancen, mit den Möglichkeiten Frankreichs.

00:49:22: Und das in einem Land, wo er sehr deprimiert war von der Stimmung, was zum Teil fasziniert ist, weil eine Mehrheit der Französinnen und Franzosen sagt, bei allen Problemen mit Wirtschaft, die groß sind und Arbeitslosigkeit sagt, meine Persönlichkeit, sich dazu ist eigentlich nicht so schlecht.

00:49:34: Aber die Vorstellung über die Lage des Landes ist katastrophal.

00:49:37: Das wird auch von allen geteilt.

00:49:38: Und er hat immer gesagt, es gibt doch

00:49:39: potenzielle

00:49:40: Frankreich, ist nicht so schlecht.

00:49:41: Es geht darum, diese Potenziale jetzt auch voranzubringen und zu heben.

00:49:45: Er hat sich außerhalb der politischen Klasse gestellt,

00:49:48: hat deswegen auch ein Angebot gemacht

00:49:50: auf diese große Vertrauenskrise,

00:49:52: die es gibt und natürlich die Schwäche

00:49:55: der beiden großen Parteien.

00:49:56: Nur entsprechend groß ist jetzt auch die Fallhöhe für ihn und das Enttäuschungspotenzial.

00:50:03: Er hat einen programmatischen Gemischtwarenladen, sozial liberal.

00:50:06: Wenn wir vielleicht nachher noch darüber diskutieren, aber was sehr wirklich beeindruckend war, auch in der Debatte in Frankreich, er war einer, der sich klar hingestellt hat für klare proeuropäische Positionen und die Verteidigung lieber alle Werte in der Gesellschaftspolitik und klare proeuropäische Positionen in Frankreich ist wirklich nicht einfach.

00:50:24: In Frankreich hat sich rechts wie links eine Vorstellung, ein Narrativ durchgesetzt.

00:50:29: Brüssel ist das scharfe Schwert einer gnadenlosen

00:50:32: Globalisierung.

00:50:34: die Jobs und soziale Sicherheit bedroht.

00:50:37: Das ist wirklich das dominierende

00:50:39: Narrativ.

00:50:40: Aber die Französinnen und Franzosen sind nicht gegen Europa.

00:50:43: Man könnte jetzt meinen, im ersten Durchgang, forty-fünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünffünff.

00:51:01: Aber man hat gemerkt, dass wir mit den Leuten geredet haben, auch Umfragen gezeigt.

00:51:05: Franzosen wollen nicht raus aus Europa, sie wollen nur ein anderes Europa.

00:51:08: Europa, das Solidarische ist, das

00:51:10: Demokratische ist, das ja.

00:51:12: Und hier hat auch immer wieder Macron diese Formel gehabt von einem Europa, die Protège, ein Europa, das schützt.

00:51:21: Ja, dann

00:51:21: ist natürlich noch was Besonderes

00:51:22: für das Phänomen Macron, ist diese bonapartistische

00:51:25: und holistische Tradition,

00:51:27: die sich im Präsidialsystem widerspiegelt.

00:51:29: Es gibt einen Führer, einen Präsidenten.

00:51:32: der quasi als fast Königsersatz im Elysee sitzt und der soll es dann richten.

00:51:37: Zum Teil diese Vorstellung und

00:51:39: das macht es natürlich

00:51:40: überhaupt erst möglich, dass eine Person von aus mit neun, dreißig dann mit wen denn fahren so einziehen kann und Präsident werden kann.

00:51:49: Wie geht es weiter?

00:51:51: Hier auch brauchen Sie das Gleichgedruckte gar nicht erlesen.

00:51:55: Da sehen Sie ja, jetzt geht es sehr schnell voran.

00:51:57: Jetzt wird die

00:51:58: erst mal die Machtübergabe.

00:52:00: Als jetzt festgelegt für vierzehnmal.

00:52:02: am nächsten Sonntag

00:52:04: wird er Präsident

00:52:05: werden und dann geht

00:52:06: es darum, dass er sehr schnell eine Regierung einsetzt als Präsident.

00:52:11: Diese Regierung ist aber erst mal nur eine Wahlkampfregierung.

00:52:14: Das heißt, die Regierung amtiert nur bis zu den Parlamentswahlen.

00:52:18: Die sind am achtzehnten Elften und am achtzehnten Juni.

00:52:22: in zwei Wahlgängen, ganz anderes System als bei uns.

00:52:25: Das heißt, Sie haben auch im ersten Durchgang die Frage, wer die

00:52:29: zwei, die

00:52:30: vorne liegen, plus alle die, die zwölf, fünf Prozent der tatsächlich wahlberechtigt, nicht der, die zur Wahl gegangen sind, sondern der wahlberechtigten auf sich vereinen kann.

00:52:40: Zwölf, fünf Prozent mindestens kommt auch in die zweite Runde.

00:52:43: Das heißt, da stehen sich in der Regel zwei bis drei.

00:52:46: Gegenüber am Ende.

00:52:48: Und dann ist nochmal die Frage, wer gewinnt da?

00:52:50: und so werden die fünfhundert sieben und siebzig Sitze verteilt.

00:52:54: Das macht das Ganze sehr kompliziert.

00:52:57: Gerade jetzt, weil das natürlich heißt, dass sich sowohl links wie rechts, die sich bisher immer auf Kandidaten verständigt haben.

00:53:03: Konservativen, also eine Zempzungspartei

00:53:06: und die konservativen Republikaner haben gesagt

00:53:08: so und so viel Wahlkreise unterstützt ihr uns und wir euch dort so, dass wir einen eher konservativen Kandidaten durchkriegen und die Linken haben es genauso getan.

00:53:16: Das Ganze ist jetzt aber alles völlig offenes neues Feld.

00:53:19: Zum einen gibt es die Bewegung von Macron, der sich jetzt auch viele anschließend von rechts wie von links, dann gibt es ganz links und rechts die Frage,

00:53:28: wer steht sich da zusammen?

00:53:29: Das ist gerade alles noch völlig im Fluss.

00:53:32: Bis zum neunzehnten Mai müssen die Kandidaturen eingereicht werden in den Präfekturen und das ist gerade mitten der Prozess.

00:53:38: Wo jetzt die Frage ist

00:53:40: und sowohl die Sozialisten berechen auseinander, die Konservativen sind noch etwas besser aufgestellt, aber dort gibt es auch viele Diskussionen.

00:53:47: Aber diese noch etwas besser aufgestellt, bei den Sozialisten bricht gerade alles auseinander.

00:53:51: Und das ist wirklich

00:53:52: die Frage, wer wieder

00:53:56: bei den Parlamentswahlen abschneidet, aber das ist natürlich eine entscheidende Frage für einen Präsidenten um wirklich

00:54:02: gestaltungsfähig

00:54:03: zu sein, dass er auch eine Parlamentsbehrheit bekommt.

00:54:07: Jetzt hat Macron auch seine Bewegung schon unbenannt in der Republik En Marche.

00:54:12: So um auch es offener zu

00:54:13: machen, aber man muss

00:54:14: sich durch vorstellen, es konnten sich bei En Marche, konnte man sich online bewerben, wenn man Kandidat werden will.

00:54:22: Und es gibt eine Kommission von oben, die jetzt dann beschlossen hat.

00:54:26: Morgen werden die Kandidaten verkündet, die ausgewählt wurden von diesen, die sich beworben haben.

00:54:31: Das haben sie extra nicht gemacht vor der Präsidentschaftswahl, damit alle fünfzehntausend bis dannmals vierzehntausend alle vierzehntausend sich weiter engagieren für Aumarch im Wahlkampf und nicht schon enttäuscht sind.

00:54:43: Man muss auch eigenes Geld mitbringen.

00:54:44: Das kostet auch ein bisschen was im Wahlkampf auf lokaler Ebene.

00:54:47: Da gibt es jetzt auch noch nicht viel Geld von Aumarch.

00:54:52: Es gab auch Anforderungen, mindestens die Hälfte sollen Politik Neulinge sein, aus der Zivilgesellschaft, mindestens die Hälfte Frauen.

00:54:58: Und morgen werden jetzt die Kandidaten bekannt gegeben und wahrscheinlich viele Kandidaten erfahren es dann auch erst, dass wir jetzt für En Marche ausgewählt wurden und dann für die einen Wahlkampf ziehen sollen.

00:55:09: Und dann darf man gespannt

00:55:10: sein, ob

00:55:12: Kopf und Wie tatsächlich die eine Mehrheit bekommen im Parlament, was er damit machen kann.

00:55:19: Ich würde es nicht ausschließen, weil es schon so eine Dynamik entfaltet.

00:55:22: natürlich, der auch eine Chance hat, weil die anderen auch da immer so schlecht aufgestellt sind, konservative, wie linke Kandidaten.

00:55:29: Aber trotzdem ist es nicht ganz wahrscheinlich, dass er wirklich hinkriegt, eine eigene Mehrheit und dann wird er doch auf Kooperation angewiesen sein mit traditionellen Kräften, wo immer gesagt hat, dieses da, aber muss dann immer verhandeln

00:55:41: und alles,

00:55:42: das will er eigentlich nicht.

00:55:43: wird dann die Frage sein, wie macht er das wirklich?

00:55:46: Und deswegen sind die Parlamentswahlen noch diesmal so entscheidend wie eigentlich nie in Frankreich, weil bisher hat dann immer in der Regel der Präsident, der gewonnen hat, dass eine politische Familie hat auch die Mehrheit bekommen in aller Regel.

00:55:59: Hier ist aber jetzt die komplette Neuformierung der politischen Landschaft im Gange, die Republikaner eben zu rießen, die Sozialisten vor der Spaltung, ganz offen noch die Frage, was wird aus den Grünen?

00:56:08: Die haben ein Abkommen mit den Sozialisten über dreiundvierzig Wahlkreise, aber angesichts des Zustands der

00:56:13: Sozialisten

00:56:14: ist es höchst fraglich, was daraus wird.

00:56:17: Und sie haben versucht auch mit Jean-Luc Mélenchon in Kooperationen und Kommunisten, aber der hat das alles zurückgewiesen, hat gesagt, ihr könnt zu mir kommen, aber unter meinem Parteinamen.

00:56:27: Dieser Parteiname hat immer eine Bedeutung, weil unter dem Parteinamen man antritt.

00:56:31: Das hat einen großen Einfluss auf die Parteienfinanzierung, weil alle Stimmen werden entsprechend gerechnet.

00:56:36: und fließen dann quasi dieser Partei zu.

00:56:39: Deswegen will jeder natürlich auch

00:56:43: Macron, der ist die Leute

00:56:44: unter dem Einnahmen

00:56:45: antreten und nicht unter mehreren oder sagen, Sie sind Sozialist, aber treten jetzt für Omarschern oder anderes.

00:56:50: Und die Frage ist, inwieweit bildet sich vielleicht ein mögliches Zentrum heraus,

00:56:53: was

00:56:54: ganz neu für Frankreich und dann aber

00:56:56: stärker auch die

00:56:57: Ränder, weil auch für den Vor- national große Chancen gesehen werden.

00:57:01: Der hat bisher nur zwei Abgeordnete im Parlament durch diese entsprechenden Mehrheitswahlrecht, das er jetzt auch die Chance

00:57:08: hat,

00:57:09: da mit einer größeren

00:57:10: Gruppe mit bis zu sechzig Abgeordneten vielleicht einzuziehen.

00:57:14: Jetzt wird die Regierungsbildung mit großer Spannung erwartet.

00:57:17: Wen wird er alles aufstellen?

00:57:18: Was sind das für Zeichen ins Zentrum, rechts, links?

00:57:22: Neu-Anfang oder nicht?

00:57:24: Dann möchte er als Erstes ein Gesetz einbringen zur Moral in der

00:57:28: Politik.

00:57:29: Da geht es um die Frage,

00:57:30: eben nicht mehr Familienmitglieder

00:57:32: anstellen zu können, mehr

00:57:33: Transparenz über Nebeneinkünfte,

00:57:34: bestimmte Dinge, die verboten

00:57:36: werden.

00:57:37: Aber er will auch sehr zügig,

00:57:39: hat er gesagt, eine Flexibilisierung

00:57:41: des Arbeitsmarktes voranbringen, auch per

00:57:43: Dekret.

00:57:44: Das wiederum könnte sehr große Konflikte

00:57:46: auslösen in Frankreich.

00:57:50: Was ist spannend, was Europa

00:57:51: angeht?

00:57:51: Also, Macron ist eine echte Chance für Europa und für das deutsch-französische Verhältnis.

00:57:56: Ich muss sagen, ich war heute doch ein bisschen erstaunt, wie schnell da gleich wieder kritische Töne kamen von einigen, weil er, also es ist wirklich so, die Wahl, da ist man jetzt nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen, aber wenn in Frankreich nicht in fünf Jahren wirklich was passiert und sich ändert, auch wirtschaftlich, dann ist Rom relativ einfach, dann wird es nächstes Mal Marien-Glüm im Zweifel gewinnen.

00:58:16: oder ihre Nichte, wenn sie bis dahin nicht bleiben sollte.

00:58:19: Dann will ein Budget der Eurozone in Höhe von mehreren hundert Milliarden für Investitionen einrichten, ein New Deal.

00:58:24: Und dieses Budget soll von einem Parlament der Eurozone legitimiert und kontrolliert und von einem Minister für Wirtschaft und Finanz in der Eurozone gesteuert werden.

00:58:33: Das ist die Grundidee, also wirklich Investitionen voranbringen in Europa.

00:58:38: Ja, ansonsten gehe ich jetzt nicht nochmal auf die ganzen einzelnen Vorstellungen ein.

00:58:44: Eigentlich wirklich am Ende der Punkt.

00:58:47: Macron muss erfolgreich rein, fast schon.

00:58:51: Und nur, wenn er

00:58:53: in Frankreich

00:58:53: spürbar und sichtbar Handlungsfähigkeit zeigt.

00:58:56: Und das wird nur mit einem Kurswechsel.

00:58:59: Das wird nur mit einem Kurswechsel in Europa gehen.

00:59:01: Dafür sein Angebot an Deutschland.

00:59:04: Dafür sein Angebot an Deutschland.

00:59:05: Einhaltung der Maastrichtkriterien.

00:59:08: Und aber umgekehrt

00:59:10: eben diesen New

00:59:11: Deal.

00:59:11: Massive Investitionsplan in Europa.

00:59:14: Und es braucht jetzt eine deutliche Kursänderung in der deutschen Europapolitik, um Macron überhaupt Erfolgschancen zu eröffnen.

00:59:22: Und die sind auch wirklich ganz, ganz dringend nötig, weil sonst wird es sehr, sehr düster werden, um Europas

00:59:30: Zukunft.

00:59:30: Ja,

00:59:31: soweit mal Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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